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Sommereis im Test : Wo Milch und Wasser fließen

  • -Aktualisiert am

Für die Jury der Sieger im Test. Dieses Produkt ist zwar noch nicht überall erhältlich, weil es gerade erst auf den deutschen Markt gekommen ist, beginnend mit Berlin, wo es in Delikatess- und Bioläden und Cafés angeboten wird. "Eskimo" zeigt aber, was beim Eis am Stiel möglich ist: ein handwerklich einwandfreies, extrem sahnefrisches Parfait mit einem unvergleichlich schmelzigen Vanillekern. Außerdem verzichtet sein dänischer Hersteller auf Additive und Aromen aus dem Chemielabor, deren Verwendung bei fast allen Marken sonst gang und gäbe ist.

Nun zum Wassereis:

(7) "Hansens Appelsin"

Das für die Jury beste Fruchteis überzeugte nicht in dem Maße wie Hansens "Eskimo" beim Milcheis. Das liegt vor allem am Geschmack von Blutorange, die dem Eis eine ungewöhnliche Fehlfarbe verleiht. Die Frucht wirkt nicht ganz so charakteristisch, wie sie sein könnte, und brachte die Patissiers auf den Gedanken, ob nicht etwa Apfelmark in die Komposition Eingang gefunden hat. Als sehr gelungen empfanden die beiden Experten dagegen den Einbau von Rohrzucker mit typischen Melassenoten, dessen hohe Dichte die Säure bricht und "Appelsin" in Richtung klassisches Sorbet mit entsprechendem Schmelz verschiebt.

(8) "Langnese Split Cuja Mara"

Als einziges Produkt im Test verband das Eis mit der bemerkenswert plumpen Namensidee Parfait und Granité. An sich ist das gut ja ausgedacht - hauptsächlich, weil es an Früchtekompott mit Sahne erinnert. Allerdings scheint man den Gedanken in der Eisfabrik nicht mit dem erforderlichen Aufwand reproduzieren zu wollen. Deshalb bleibt es beim grußlosen Nebeneinander eines klebrig süßen Vanille-Eiskerns, der sich zwischen wässrig und sämig nicht entscheiden mag, und einer dicken Schicht Orange-Passionsfrucht, die ebenfalls in puncto Zucker nicht zagt.

(9) "Langnese Flutschfinger"

Nicht zuletzt die WM-Variation "Heimspiel" in Schwarz-Rot-Gelb stempelt "Flutschfinger" endgültig zum Lutscher für den Nachwuchs der Spaßgesellschaft. Alle anderen Sprösslinge der Nation werden mit einem Klassiker, dessen Aromenspiel sich keiner frischen Frucht (und schon gar nicht der avisierten Erdbeere und Orange) eindeutig zuordnen lässt, vermutlich wenig anfangen können - zumal der penetrante Sirupton von Säure nicht konturiert wird.

(10) "Nestlé-Schöller Bum Bum"

Es fällt gewiss leicht, ein Eis zu tadeln, das vieles zugleich sein will von dem, was Kindern hemmungslose Freude bereitet: Erdbeer- und Vanilleeis und obendrein noch Kaugummi, aus dem auch der Stiel geformt wurde. "Bum Bum" beweist Mut zur Farbe, entfaltet billige Süße und wirkt übertrieben flavorisiert.

(11) "Langnese Capri"

Womöglich können sich Ältere noch eines Sirups entsinnen, der unter dem Namen "Assis" in weichen Plastikflaschen aus Israel ins junge Adenauercountry gelangte. Dessen eigentümliche Würze aus gründlich eingedicktem Orangensaft, Auszügen aus der Schale, die einen Zug zum Orangeat besitzen, sowie ausgeprägt artikulierter Säure wird in "Capri" aufbewahrt.

Allerdings irritiert denn doch die beinahe schon brennende Schärfe des Zuckers, die sich beim Schlecken ungebremst Bahn bricht. Obendrein offenbart bereits der Biss in die Spitze eine merkwürdig schieferartige beziehungsweise faserige Struktur - ein Alleinstellungsmerkmal, das gerade von vielen Gewohnheitskonsumenten aber gerade so geliebt wird.

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