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Skaten : Früher galt Skaten als gefährlich und sinnlos

  • -Aktualisiert am

Bild: Christopher Fellehner

Skater Titus Dittmann hat das Skateboarding in Deutschland populär gemacht. Der Vater der Skater über Runden im leeren Swimmingpool und misstrauische Kritiker.

          Ich lebe von Zielen. Nichts zu tun wäre für mich nur eine Bestrafung“, bekennt der Mann, der daran mitgewirkt hat, dass das Skateboarden in Deutschland und dann weltweit bekannt wurde: Titus Dittmann. In den siebziger Jahren galt Skateboarden als gefährlich und sinnlos, bestenfalls stempelte man die Skateboards als Kinderspielzeug ab. Die Bundesregierung überlegte 1977 sogar, Skateboarden gesetzlich verbieten zu lassen. Darüber informierte die Tagesschau und warnte vor den „gefährlichen Rollbrettern“. Titus teilte die gesellschaftliche Abneigung gegen Skateboarden. „Ich wurde wie alle von den Zeitungen und anderen Medien manipuliert. Man kannte ja nur diese eine Meinung“, erinnert sich der 70-Jährige. Er sitzt an einem Tisch in seinem Büro in Münster. Die Glaswand zu seiner Linken bietet Ausblick auf den Bach Werse, der am Haus vorbeifließt. Damals studierte der ehemalige Hochleistungsturner an der Münsteraner Universität Sport und Geographie auf Lehramt. „Auch wenn Mathe und Physik mir in der Schule immer am leichtesten fielen“, räumt er ein. „Doch ich habe mir überlegt, als Lehrer bekommt man immer das gleiche Gehalt, egal was man unterrichtet. Und darum wollte ich lieber etwas nehmen, bei dem ich mit den Schülern Exkursionen machen konnte, anstatt immer in den Klassenräumen hocken zu müssen.“ Nebenbei habe er viel Sport betrieben, vor allem solchen, der mit Geräten zu tun hatte, wie Windsurfen, Snowboardfahren und Drachenfliegen. Zum Skateboarden fand er mit 29 Jahren, kurz vor seinem ersten Staatsexamen. „Ich bin auf einem Spaziergang an einer Gruppe Jungs vorbeigekommen, die am Aaseehügel in Münster geskatet ist“, blickt der Vater eines Sohnes zurück, seine Augen strahlen hinter den Gläsern der grauen Brille. „Und da habe ich mit meinen pädagogischen Antennen sofort wahrgenommen, Mann, da fasziniert die etwas total. Denn obwohl das 13-jährige Rotzlöffel waren, wollten sie offenbar vom Lernen nicht die Schnauze vollbekommen, was für dieses Alter sehr untypisch ist. Doch diese Jungs da konnten es kaum erwarten, dass wieder ein Skateboard frei wurde, damit sie weiter üben durften.“

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