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Schweizer Wegmacher : Er macht den Weg frei

  • -Aktualisiert am

Patric Hautle räumt anderen Steine aus dem Weg. Der mutige Appenzeller arbeitet als Wegmacher im Alpstein. Er ist der einzige in der gesamten Schweiz.

          Wegmacher, de Job gets enärd gär nüd, oder?“ Patric Hautle ist Wegmacher im Alpstein und damit der einzige in der gesamten Schweiz. Dieser Job wird normalerweise nur saisonal angeboten. „Im Winter ist bei den Unmengen an Schnee ja auch nicht viel zu machen“, da die Leute gar nicht wandern gehen können, weil es zu gefährlich wäre. In Hautles kurzen, dunkelblonden Haaren und dem Drei-Tage-Bart sind noch Staubreste zu erkennen. In Arbeitshose und schweren Wanderschuhen sitzt der 1,68 Meter große Mann lässig im Büro. Das befindet sich in Appenzell, gleich neben der Garage, in der sein schwarzer Toyota Hilux und seine Werkzeuge stehen. Auf neun Quadratmetern hängen alte Bilder und ein Kalender, der noch nicht zum aktuellen Monat geblättert wurde – denn das Büro wird so selten wie möglich benutzt. Hautle ist ein geborener Handwerker und Wanderer. Schon als Junge erklomm er den Alpstein oder verbrachte seine Zeit im Freien und „werkelte an irgendwelchen Dingen“.

          Die Gefahren sind ein großes Thema

          Der Vater von zwei Mädchen und einem Jungen wohnt nicht weit entfernt, so dass er Familie und Arbeit gut „unter einen Hut bringt“. Die Familie des gelernten Dachdeckers hat sich daran gewöhnt, dass er sich ständig in Gefahr begibt. „Aber sie hend amel scho freud, wenni wiede hee chome.“ Die Gefahren auf der Arbeit sind ein großes Thema – Präzision und Aufmerksamkeit sind ständige Begleiter. Ein Wegmacher behebt nach dem Winter die entstandenen Schäden auf den Wanderwegen, hängt die Seile nach und nach wieder ein, die Wege werden gemäht und von Steinen befreit. Die großen Baustellen oder Sprengarbeiten werden kurz vor der Saison, von Mai bis Juni, erledigt. Eine Baustelle war im vergangenen Jahr zum Beispiel ein Wegstück, das Hautle schon lange verbessern wollte: ein riesiger Stein lag auf dem Wanderweg. Dieser wurde im Mai weggesprengt, jetzt können die Leute ohne Klettern an dem Stein vorbei, und auch Kinder können diesen Weg meistern. Im Hochsommer ist es aufgrund der vielen Wanderer und Touristen an seinem Arbeitsplatz fast unmöglich zu arbeiten, also geht der 38-Jährige zu dieser Zeit immer in die Ferien. Nach einer meist zweiwöchigen Sommerpause werden mit dem Bagger danach die Wege verbessert oder umgegraben. Im November wird wieder die Schneeroute gesteckt und für Weihnachten „das Krippli“ aufgestellt. Im Winter malt er dann 250 bis 300 rote Brettchen, für die Sitzbänke im Alpstein, die er im Frühling auswechselt. Eine Sitzbank besteht aus je vier Brettchen, und auf dem obersten steht das Logo vom Appenzeller Tourismus „Appenzellerland“, daneben ein Edelweiß mit Schweizerkreuz in der Mitte.

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