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Schachclub Münnerstadt : Cooler Denksport im Schachclub „Dicker Turm“

  • -Aktualisiert am

Bild: © Moni Port, studio soundso

Ein Spielsieg hängt nicht vom Glück, sondern vom Können ab und davon, nachzudenken und Pläne zu schmieden. Ein Clubbesuch in Münnerstadt.

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          Im vergangenen Oktober erschienen, vier Wochen später bereits von sensationellen 62 Millionen Netflix-Accounts geschaut: Die Miniserie „Das Damengambit“ ist beliebt – nicht nur wegen der Schauspielerin Anya Taylor-Joy, sondern auch wegen der besonderen Sportart, um die es geht. Wenn sie den Begriff „Schach“ hören, denken einige: „wie langweilig“ oder „ist doch total uncool und für alte Leute“. Was aber fasziniert auch junge Leute an Schach? „Krieg zwischen zwei Spielern auf dem Schachbrett“, ist das erste, was dem 20-jährigen Jannik Kiesel zu der Frage einfällt. „Schach ist ein Brettspiel, bei dem man das Ziel hat, den gegnerischen König matt zu setzen. Um das zu schaffen, muss man ziemlich viel nachdenken, einige Regeln beachten und verschiedene Pläne schmieden“, erklärt die 21-jährige Claudia Reichert. Sie kam, als sie in die Realschule in Bad Kissingen ging, durch ihre Schwester auf die Idee, der Schach-AG der Schule beizutreten. „Mir hat es von Anfang an Spaß gemacht, und ich bin dabeigeblieben“, erzählt die Jugendtrainingsleiterin des Schachclubs Dicker Turm im unterfränkischen Münnerstadt. Jannik spielt Schach, seitdem er Kind war: „Ich habe mit ungefähr fünf Jahren viele Hobbys angefangen. Mit einigen davon habe ich wieder aufgehört, aber beim Schach bin ich drangeblieben. Ich habe dann meinen Schiedsrichterschein gemacht, später den C-Trainerschein, und jetzt bin ich hier.“ Auch er ist hier Jugendtrainer. Beide sind sich einig, was das Besondere ist: „Man kann Tausende Partien spielen, und es ist trotzdem jede einzelne anders. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, und man kann nie auslernen.“

          Den Gegner zu Fehlern verleiten

          Natürlich gibt es festgelegte Eröffnungsprinzipien, wie zum Beispiel die italienische Eröffnung, die recht simpel und deshalb oft bei Anfängern beliebt ist, aber früher oder später wird jede einzelne Partie individuell. Bei der italienischen Eröffnung beginnt Weiß mit dem Zug „Bauer e4“. Er zieht den Bauer, der vor dem König steht, also zwei Felder vor. Danach spielt Schwarz „e5“ ebenfalls mit dem Bauern vor seinem König. Die beiden Bauern auf der e-Linie stehen jetzt im Zentrum. Danach entwickeln beide Farben den Springer, der rechts neben dem König steht. Anschließend entwickeln beide den Läufer ihrer Farbe: Weiß zieht den Läufer, der auf einem weißen Feld steht, und Schwarz den, der auf einem schwarzen Feld steht. Es gibt natürlich noch viele andere Möglichkeiten, eine Partie zu eröffnen. Zudem gibt es einige „Eröffnungsfallen“. Das sind Zugfolgen, bei denen der Gegner zu einem Fehler verleitet werden soll. Eine Partie kann aber auch durch ein „Gambit“ eröffnet werden, was heißt, dass gleich zu Beginn der Partie Figuren geopfert werden, um an eine bessere Stellung zu gelangen. Aber beim „Damengambit“ opfert man einen Bauern, nicht, wie man durch den Namen denken könnte, die Dame.

          Cooler Austausch in der 2. Frauen-Bundesliga

          Selbstverständlich haben beide Trainer persönliche „Highlights“ in ihrer „Schachlaufbahn“. Für Claudia war es ihr Einsatz in der 2. Frauen-Bundesliga vergangene Saison mit dem Verein „KissChess e.V.“ aus Bad Kissingen, bei dem sie ebenso noch mitspielt. Sie spielte in einem international aufgestellten Team mit anderen Frauen: „Es war richtig cool, mit anderen Frauen aus verschiedenen Ländern Schach zu spielen, sie kennenzulernen und sich mit ihnen auszutauschen.“ Für Jannik war es ein besonderes Erlebnis, bei einem Rapid-Turnier, also einem Schnellschach-Turnier, in Schweinfurt für mehr als 100 Kinder Turnierleiter zu sein.

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