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Obamas Töchter wählen neue Schule : Bald Übernachtungspartys im Weißen Haus?

  • -Aktualisiert am

Auf dem Schulweg in Chicago Bild: AP

Ab sofort steht fest, welche Schule Obamas Töchter in Washington besuchen werden. Doch welche Kriterien waren ausschlaggebend für die Wahl, wer geht noch auf die Schule und worauf freuen sich die jetzigen Schüler der Schule besonders?

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          Eine der wichtigsten Entscheidungen für die künftigen „First Daughters“ ist getroffen: Welche Schule die sieben Jahre alte Sasha und die zehn Jahre alte Malia künftig besuchen werden. Die Wahl von Michelle und Barack Obama fiel auf die „Sidwell Friends School“, eine der besten Privatschulen in der amerikanischen Hauptstadt. Mindestens drei amerikanische Präsidenten haben ihre Kinder an die von Quäkern betriebene Schule geschickt: die Republikaner Theodore Roosevelt und Richard Nixon sowie der Demokrat Bill Clinton, dessen Tochter Chelsea dort ihren High-School-Abschluss gemacht hat.

          Auch Albert Gore III., der Sohn von Clintons Vizepräsident Al Gore, ist einer der Alumni. Zu den Prominentenkindern, die zur Zeit die „Sidwell Friends School“ besuchen, gehören die Enkelkinder von Vizepräsident Joseph Biden, die acht Jahre alte Maisy, die zehn Jahre alte Finnegan und die 14 Jahre alte Naomi. Obamas Tochter Malia, die Bidens Enkel aus dem Wahlkampf kennt, habe deshalb für „Sidwell“ plädiert, als der Familienrat überlegte, ob man sich für die Quäkerschule oder für die ebenfalls hoch angesehene Privatschule „Georgetown Day“ entscheiden solle, verrieten Gewährsleute aus dem Kreis der Obamas.

          Besondere logistische Herausforderungen

          Logistisch stellt der Besuch von „Sidwell“ den Secret Service, der die Präsidentenfamilie beschützt, gleich vor doppelte Herausforderungen, da die Schule zwei Campusse hat. Saha wird die zweite Klasse im Washingtoner Vorort Bethesda besuchen, wo die Grundschüler von „Sidwell“ untergebracht sind. Malia wird in die fünfte Klasse gehen und damit auf den Campus für die Mittel- und Oberstufe in der Nähe der „National Cathedral“ in Washington. An der Schule hat man Erfahrung mit dem Schutz prominenter Schüler – und Sicherheit soll einer der ausschlaggebenden Gründe dafür gewesen sein, dass die Wahl schließlich auf „Sidwell“ fiel.

          Und so sieht sie aus: Die Sidwell Friends School

          Insgesamt werden in der Schule knapp 1100 Kinder und Jugendliche unterrichtet. Mit Stolz verweist man darauf, dass 39 Prozent der Schüler nicht weißer Hautfarbe seien. Mit einem Schulgeld von knapp 28.500 Dollar im Jahr für die Kleinen und knapp 29.500 Dollar für die älteren Schüler ist „Sidwell“ einige tausend Dollar teurer als die mit rund 21.500 Dollar auch nicht gerade preiswerte Privatschule „University of Chicago Laboratory School“, die Malia und Sasha in Chicago besuchen. Doch gemessen an anderen Privatschulen in Washington und Umgebung fällt Sidwell keineswegs aus dem Rahmen. Außerdem wird einem Fünftel der Schüler, deren Eltern das Schulgeld nicht aufbringen können, finanzielle Hilfe gewährt. Geschätzt wird die Schule für ihr anspruchsvolles Lernprogramm und für ihren erzieherischen Anspruch in der Tradition der Quäker, den Schülern Gemeinschaftsgeist, Integrität und Verantwortungsbewusstsein zu vermitteln.

          Übernachtungsparties im Weißen Haus?

          Nathalie Greenberg aus Washington, deren 15 Jahre alter Sohn Marc „Sidwell“ besucht, schätzt vor allem, „dass die Schule parallel zu den hohen Leistungsansprüchen ein sehr unterstützendes Umfeld bietet“. Worüber nicht offen gesprochen wird: Dass neben dem Prestige der Schule auch die wertvolle Gelegenheit eine Rolle spielt, über die Schule Kontakte zu Familien mit Macht, Einfluss und Geld zu knüpfen. Das gilt nun, da die Obama-Töchter „Sidwell“ besuchen werden, mehr denn je. So wird schon darüber spekuliert, ob Malia und Sasha Mitschülerinnen zu Kindergeburtstagen oder gar zu Übernachtungsparties ins Weiße Haus mitbringen dürfen.

          Die Schulwahl ist für amerikanische Präsidenten eine heikle Angelegenheit. Zwar gibt es in den Vereinigten Staaten hervorragende staatliche Schulen – die in Washington gehören jedoch nicht dazu. Gleichwohl gehört es zum Ritual, dem Präsidenten eine staatliche Schule ans Herz zu legen. Washingtons Bürgermeister Adrian Fenty, der seine Kinder selbst auf Privatschulen schickt, machte da keine Ausnahme. Aber dem Beispiel Jimmy Carters, der seine Tochter Amy demonstrativ auf eine staatliche Schule in Washington schickte, mochte das künftige Präsidentenpaar nicht folgen.

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