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Neuseelandreise : Über regenbogenfarbene Zebrastreifen

  • -Aktualisiert am

Ein Paar aus Bayern ist mit dem Wohnmobil quer durch Neuseeland gereist und berichtet über die steilste Straße der Welt, atemberaubende Hobbit-Pfade und niedliche Pinguine.

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          Wunderschöne Landschaften, traumhafte Natur, artenreiche Tierwelt und fantastisches Essen – von welchem Ort auf der Welt die Rede ist? Gemeint sind die zauberhaften Süd- und Nordinseln von Neuseeland. Auf der Südinsel beginnt die aufregende Reise von Moni Dassinger und ihrem Mann Wolfgang aus Aschaffenburg. Sie haben einen sechswöchigen Aufenthalt geplant, bei dem sie mit einem gemieteten Wohnmobil quer durch das Land fahren. Das war im Frühjahr vor einem Jahr die erste Reise nach Rentenantritt. Direkt am Flughafen kommt es zu einem ersten amüsanten Vorfall, als das Ehepaar bei der Einreise gefragt wird, ob sie denn Wanderschuhe dabeihaben. „Anfangs habe ich erst gar nicht kapiert, was der Flughafenangestellte denn überhaupt von uns wollte“, sagt die 60-Jährige grinsend. „Als er dann auch noch unsere Schuhe genommen hat, um sie einfach so mir nichts, dir nichts vor unseren Augen zu putzen, waren wir beide schon etwas perplex.“ Später erklärt der Mann ihnen, dass das üblicherweise gemacht wird, damit nichts auf die Insel über die Schuhe eingeschleppt wird.

          Traurig berührt in Christchurch

          In Christchurch angekommen, staunt das Ehepaar nicht gerade wenig über die überwältigende Atmosphäre der Stadt, die für ihren englischen Flair und den sich durch sie schlängelnden Fluss Avon bekannt ist. Traurig berührt, stellen die beiden fest, dass selbst Jahre nach dem großen Erdbeben von 2015 immer noch viele schlimme Schäden an Häusern und historischen Gebäuden sichtbar sind. „Es war bedrückend.“ Auf einem Platz waren mehr als 150 leere, weiß angemalte Stühle als Denkmal für die vielen Toten aufgestellt worden. Unter den 185 Stühlen befanden sich auch Babyschalen, Rollstühle, Schaukel- und Hochstühle. Nach zwei Tagen konnte das Ehepaar das im Voraus gemietete Wohnmobil abholen. „Es war schrecklich verbaut. In jedem Schrank, in den wir unser Zeug einräumen wollten, befanden sich Kissen, Decken oder allerlei Krimskrams“, erzählt der 64-Jährige lachend. Nun wisse er auch, warum die Leute dort alle mit europäischen Wohnmobilmarken rumfahren.

          Das nächste Reiseziel war Dunedin. Dafür fuhren sie durch die Städte Oamaru und Moeraki, wo sie „die süßesten und weltkleinsten Pinguine“ getroffen haben. „Neben denen kam selbst ich mir vor wie Hagrid“, scherzt die 1,60 Meter große, zierliche Frau. Angekommen in Dunedin, begeben sich die zwei Abenteurer auf die steilste Straße der Welt, die Baldwin Street. Sie ist 350 Meter lang und besitzt eine Steigung von 35 Prozent. Als Nächstes schwärmt die Urlauberin von den Cathedral Caves. Dies sind Höhlen, die bis zu 200 Meter lang und 30 Meter hoch sein können. Man darf sie jedoch nur zu Zeiten der Ebbe besuchen, da sie sonst mit Wasser geflutet sind. Dies ist gefährlich, da man es unterschätzt, wie schnell es geht, dass plötzlich die Schuhe mit Wasser getränkt sind.

          Robbenkolonien und Geisterfahrer

          Anschließend fuhren die zwei Camper auf die Nordinsel. Den Anfang machte Wellington, das die Eheleute durch den Kontrast zwischen moderner und alter Architektur, regenbogenfarbene Zebrastreifen und niedliche, kleine Häuschen beeindruckt. „Ich kann mich noch ziemlich genau an den einen Brunnen erinnern, der uns beide komplett nass spritzte“, lacht sie beim Erzählen über die Bucket Fountain. Auch auf der Nordinsel machen sie Bekanntschaft mit Tieren. Diesmal allerdings mit Robbenkolonien, die sie bei einem Spaziergang an einer der vielen Küsten sehen. „So traumhaft die Küsten auch sind, von den Straßen kann man das nicht immer sagen“, wirft ihr Mann ein. Er erzählt, dass, nachdem Moni Dassinger bei einem Fahrversuch verwirrt vom Linksfahren die beiden mal kurz als Geisterfahrer auf die Straße gelenkt hatte, er die meiste Zeit gefahren ist. Nach einem empörten Seitenblick und Rempler ihrerseits fügt er hinzu, dass er sich ohne sie dafür zehntausendmal verfahren hätte. Das nächste Bild zeigt die beiden in einer atemberaubenden, bekannten Kulisse. Es handelt sich um den Pfad der Toten aus „Herr der Ringe“. Diesen Ort müssen die Filmliebhaber natürlich auf ihrer Reise auch besichtigen, und sie haben den kleinen Abstecher nicht bereut. Schließlich landen sie in Matamata. Auch hier befindet sich ein Drehort der „Hobbit“-Filme, nämlich Hobbiton. Auf der Flucht vor gefühlt einer Million Touristen schauen sich die Urlauber dann lieber Wellington, die Hauptstadt der Mittelerde, an.

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