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Motorsport : Mit dem Porsche durch die Hölle der Nordschleife

  • -Aktualisiert am

Bild: von Zubinski

Motorsport ist die Leidenschaft von Marek Böckmann. Der Student ist Rennfahrer, bewegt sich mit Vollgas durchs Leben, sagt aber: Du bist nie der Schnellste.

          4 Min.

          Es riecht nach Benzin, es ist laut. Ich liebe es. Du bist in so ’nem Tunnel und verlierst den Überblick über alles andere. Nur noch du und das Auto.“ Marek Böckmann ist professioneller Rennfahrer. Unter der Woche studiert der 23-Jährige Maschinenbau an der Technischen Universität Kaiserslautern. Doch während seine Kommilitonen an den Wochenenden Mathe oder Physik pauken, jagt er seinen Porsche GT3 über die Nordschleife des Nürburgrings. Geboren in Kaiserslautern, wuchs Marek mit dem Lenkrad in den Händen auf. Er sei so davon begeistert gewesen, auf einem Rummelplatz in Berlin mit kleinen Elektrokarts ein 30 Meter langes Oval zu umrunden, dass er den ganzen Tag auf der Strecke verbracht habe. Da war er vier Jahre alt. Zu Mareks fünftem Geburtstag schenkte ihm sein Vater sein erstes eigenes Kart. Auf einem nahe gelegenen Supermarktparkplatz umrundete er im Slalom Hütchen, die ihm sein Vater aufbaute. Nach kurzer Zeit wurde Marek das aber zu langweilig. Die Familie begab sich auf die Suche nach einer Kartbahn und wurde in Walldorf fündig.

          Was eine Formel-3-Saison kostet

          Marek trainierte jedes Wochenende auf der Kartbahn, sein erstes Rennen fuhr er im Alter von sechs Jahren. „Irgendwann war mein Vater mit seinem Latein am Ende“, erklärt Marek. Daraufhin erhielt er seinen eigenen Trainer und fuhr auf neuen Strecken. Im Laufe der Jahre nahm er an deutschen Meisterschaften und Europameisterschaften teil und trat dem Racing Team KSM bei, von dem Michael Schumacher Teilhaber war. Nach zwölf Jahren Kartsport erhielt Marek die Chance, am Porsche Carrera Cup teilzunehmen. Darüber hinaus sammelte er Erfahrung in der Formel Renault und der Formel 4. In diesen Klassen sind viele Fahrer unterwegs, die den Sprung vom Kartsport in die Formelklassen schaffen möchten. Mareks großer Traum sei immer die Formel 1 gewesen, doch der Weg in die Königsklasse führt über Formel 3 und Formel 2. Diese beiden Meisterschaften gehören zum Rahmenprogramm fast jedes Formel-1-Grand Prix und haben somit denselben Rennkalender. Jedoch liegen die finanziellen Mittel, die ein Fahrer für die Teilnahme aufbringen muss, weit über Mareks Budget. Denn eine Formel-3-Saison kostet insgesamt mindestens 600 000 Euro.

          Für ihn ein schwieriger Spagat

          „Jeder Fahrer hat das Ziel, irgendwann mit dem Rennsport Geld zu verdienen.“ Den besten Weg zum Erreichen dieses Ziels sah Marek in der weniger kostenintensiven GT3-Klasse. „Ein GT3-Auto ist äußerlich der Supersportwagen der bekannten Marken. Bei BMW ist es der M6, bei Porsche der 911 und bei Ferrari der 488.“ Doch nur die Karosserie gleicht der des Straßenautos. Der Rennwagen ist breiter und trotz 600 PS sogar leichter als die straßentauglichen Verwandten. Im Winter vor drei Jahren begann Marek sein Maschinenbaustudium in Kaiserslautern. Der Spagat zwischen Rennfahren und Uni ist äußerst schwierig. Die Wochenenden sind zumeist vollkommen mit den Rennen, inklusive Vor- und Nachbereitung, verplant. Unter der Woche muss Marek neben Vorlesungen auch an seiner Fitness arbeiten. Gerade Nacken und Schultern müssen auf die hohen Fliehkräfte, die im Auto wirken, vorbereitet werden. Marek versucht jeden Tag eine Einheit einzubauen. Nicht nur Krafttraining, sondern auch Radtouren und Rennsimulator stehen auf dem Programm. Mit 1,75 Metern Körpergröße und einem Gewicht von 68 Kilogramm ist der drahtige Marek gut gebaut, um im Cockpit zu sitzen. Wenn noch genug Zeit bleibt, versuche er immer selbst zu kochen, meistens mit seiner Freundin. Einen genauen Ernährungsplan hat er dabei aber nicht. „Nicht so viel Süßes. Nicht so viel McDonald’s“, schmunzelt er. An diese Grundsätze versuche er sich zu halten.

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