https://www.faz.net/-gum-1135v

Mittweida : Angeklagte im Hakenkreuz-Fall schuldig gesprochen

  • Aktualisiert am

Schuldig gesprochen: Rebecca K. Bild: ddp

Im so genannten Hakenkreuz-Fall von Mittweida ist die Angeklagte schuldig gesprochen worden. Sie habe sich selbst ein Hakenkreuz in die Hüfte geritzt und anschließend behauptet, von Neonazis überfallen worden zu sein, befand das Gericht.

          Im so genannten Hakenkreuz-Fall von Mittweida ist die angeklagte 18-Jährige vom Amtsgericht Hainichen schuldig gesprochen worden. Nach Überzeugung des Gerichts ritzte sich die junge Frau selbst ein Hakenkreuz in die Hüfte und behauptete anschließend, von Neonazis überfallen worden zu sein. Das Gericht verurteilte sie in nichtöffentlicher Sitzung zur Ableistung von 40 Arbeitsstunden, wie Oberstaatsanwalt Bernd Vogel am Freitag nach der Urteilsverkündung mitteilte. Im November 2007 hatte der Fall in der sächsischen Kleinstadt deutschlandweit für Aufsehen gesorgt.

          Die damals 17 Jahre alte Jugendliche hatte bei der Polizei angegeben, vier Neonazis hätten sie auf einem Parkplatz attackiert und ihr ein Hakenkreuz in die Hüfte geritzt, nachdem sie einem Aussiedlerkind zu Hilfe geeilt sei. Die Ermittler glaubten ihr jedoch nicht. Die Anklage stützte sich schließlich vor allem auf die Angaben eines Hamburger Rechtsmediziners, wonach die Art der Verletzung auf eine Selbstbeibringung hindeutete. Die Angeklagte bestritt den Vorwurf.

          Prozess hinter verschlossenen Türen

          Die Staatsanwaltschaft hatte eine Verwarnung sowie 100 Arbeitsstunden beantragt, die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert. Zuvor hatte sie vergeblich ein weiteres Rechtsgutachten zur Persönlichkeit der Angeklagten beantragt und dies damit begründet, dass kein Grund für ein Vortäuschen des Überfalls erkennbar sei: „Es gibt kein Motiv in der Psyche, in der Persönlichkeit meiner Mandantin“, sagte Anwalt Axel Schweppe. Es passe nicht zu ihr, dass sie auf sich habe aufmerksam machen wollen. Die junge Frau gehöre auch nicht dem linken Spektrum an.

          Der Fall hatte zunächst bundesweit für Entsetzen gesorgt, weil angeblich zahlreiche Anwohner von ihren Balkonen aus den Vorfall beobachtet hatten ohne einzuschreiten. Die Polizei hatte aber trotz umfangreicher Ermittlungen keine Augenzeugen ausfindig machen können. Der Prozess fand hinter verschlossenen Türen statt, weil die Angeklagte seinerzeit noch Jugendliche war.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Sie geht, aber erst später. Theresa May hat ihren Rückzug bis 2022 angekündigt.

          Liveblog zum Misstrauensvotum : Abstimmung über May hat begonnen

          May will vor der nächsten Parlamentswahl abtreten +++ Ergebnis des Misstrauensvotums wird am Mittwochabend erwartet +++ Buchmacher rechnen damit, dass May im Amt bleibt +++ Verfolgen Sie die Brexit-Entwicklungen im FAZ.NET-Liveblog.

          Anschlag auf Weihnachtsmarkt : Wo liegt Straßburg nochmal?

          Die Nachricht vom Anschlag auf dem Weihnachtsmarkt in Straßburg hat die großen deutschen Fernsehsender nicht aus den Konzept gebracht. Die Frage ist nur, was für ein Konzept das ist.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.