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Kanada : Riesiger Biberdamm aus dem Weltall zu sehen

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Biber können in einer Nacht einen Baum von einem halben Meter Durchmesser fällen Bild: dpa

Ein kanadischer Forscher hat in einem unzugänglichen Sumpfgebiet einen Biberdamm ausgemacht, den man sogar vom Weltall aus sehen kann. Den 850 Meter langen Staudamm haben vermutlich Generationen von Bibern angelegt.

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          Mit Hilfe von Bildern aus dem Weltall hat der kanadische Forscher Jean Thie den vermutlich größten Biberdamm der Welt entdeckt. Das von den Nagern errichtete gewaltige Bauwerk ist etwa 850 Meter lang und liegt im Wood-Buffalo-Nationalpark in Alberta in Nordwestkanada. Der Ökologe hatte eigentlich messen wollen, wie schnell der Dauerfrost in dem Gebiet zurückgeht. Dazu griff er auf Satellitenbildern des Gebiets zurück und stieß dabei auf den riesigen Biberdamm.

          Thie hatte den Damm schon 2007 entdeckt. Erst als er jetzt in einem Internetblog erwähnte, er habe einen Damm ausgemacht, „den man sogar vom Weltraum sehen kann“, wurde sein Fund bekannt. Nach seinen Forschungen müssen Generationen von Bibern an dem Bauwerk gearbeitet haben. Vermutlich gehen die Anfänge der Struktur auf die Mitte der siebziger Jahre zurück.

          Biberdämme sorgen für Nahrung und Schutz

          Das Bauwerk konnte noch nicht aus der Nähe untersucht werden, weil es mitten in einem unzugänglichen Sumpfgebiet liegt. Waldhüter konnten sich daher nur vom Hubschrauber aus ein Bild machen. Bis zu der Entdeckung galt ein Biberdamm in der Nähe der Stadt Three Forks im amerikanischen Bundesstaat Montana mit 652 Metern als der Größte seiner Art, berichten kanadische Medien.

          Biber bauen Dämme, um Flüsse aufzustauen und einen höheren Wasserstand zu halten. Das lässt nicht nur Wasserpflanzen wachsen, die ihnen als Nahrung dienen, sondern schützt auch ihre Burgen, in denen sie ihre Nachkommen versorgen. Ein Biber kann in einer Nacht einen Baum fällen, der einen halben Meter dick ist.
          Der Wood-Buffalo-Nationalpark ist der größte Nationalpark Kanadas und mit 44.800 Quadratkilometern fast so groß wie Niedersachsen. Das schwer zugängliche Gebiet ist seit 1983 Weltnaturerbe der Unesco.

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