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Jugend schreibt : Mehlhaufen mit Mehrwert

  • -Aktualisiert am

Bild: von Zubinski

Tüfteln macht ihm noch mehr Freude, seitdem er Preise einheimst. Abiturient Max will Wettervorhersagen präzisieren. Auslöser war ein Unwetter in der Eifel.

          Von einem Mehlhaufen im Garten zu einer Apparatur, die die Menschheit weiterbringt – damit sind Ausgangs- und Endpunkt der Forschungstätigkeit von Max von Wolff bezeichnet, einem 19-jährigen Jungen aus Mayen, der sich zum Ziel gesetzt hat, die Welt mit einer Wetterstation zu verändern. Tüfteln ist seine Leidenschaft: „Ich war schon immer ein begeisterter Hobbyforscher und habe bereits die eine oder andere Erfindung zu Hause in meinem Kinderzimmer entwickelt, habe diese jedoch noch nie wirklich nach außen getragen, bis jetzt.“ Der Wettbewerb ,,Jugend forscht“ war sein erster Wettbewerb überhaupt, umso erstaunlicher, dass er direkt so einen großen Erfolg hatte. Vor drei Jahren beim Musikfestival ,,Rock am Ring“ kam ihm die Eingebung: Das wurde wegen eines Unwetters abgesagt, und er fragte sich: ,,Warum gibt es noch kein Gerät, das die Wettervorhersage so verbessern kann, dass auch plötzlich auftretende Unwetter vorhergesagt werden können?“ Das war der Anlass, Nachforschungen zu betreiben, um etwas zu entwickeln, das dieses Problem beheben soll. „Ziemlich schnell kam mir die Idee, anhand der Tropfengröße Wettervorhersagen treffen zu können“, schildert er seinen Einfall. Max war nach vielen misslungenen Versuchen, wie zum Beispiel auch dem vergeblichen Versuch, einen Haufen Mehl in seinen Garten zu stellen, um anhand der Kuhlen im Mehl die Größe der Tropfen zu bestimmen, kurz davor aufzugeben. „Doch dann kam ich auf die Idee, anhand einer Kunststoffscheibe und der auftretenden Schwingung, wenn ein Regentropfen auf sie fällt, zu messen, wie groß der Regentropfen ist: Bei einem großen Tropfen fängt die Platte stärker an zu schwingen als bei einem kleineren, und so entstand meine Grundidee für die Apparatur“, erklärt er stolz.

          Die Bundeskanzlerin erwähnte ihn in ihrer Rede

          Das kann man sich so vorstellen, dass zur Bestimmung von Klängen bei der Gitarre ein sogenannter Pickup, Tonabnehmer, verwendet wird, bei dem durch Schwingungen am Korpus der Klang bestimmt werden kann. „Doch dies auf ein Gerät umzusetzen, das die Wettervorhersage verbessern soll, war eine fast unlösbare Aufgabe für mich“, musste sich der Schüler eingestehen. Da die Mittel, die er zur Umsetzung benötigte, viel Geld kosteten, steckte er sein Erspartes in diese Idee. „Ich musste mir sehr viele Dinge mit eigenen Mitteln selbst erarbeiten, weshalb ich mir meinen eigenen 3D-Drucker baute. Zudem eignete ich mir für mich erst fremde Dinge mühsam an. Was in meinem Zimmer mit der Idee angefangen hat, sollte auch wieder mit dem fertigen Gerät in meinem Zimmer aufhören“, formuliert er seinen hohen Anspruch an sich. Nachdem alle Startschwierigkeiten überwunden waren, nahm der damals 17-Jährige am Regionalentscheid in Koblenz teil, überzeugte die Jury und fuhr mit einem Sieg nach Hause. Als das Projekt beim Landesfinale in Ludwigshafen wieder Anklang gefunden hatte, wurde ihm klar: „Es war nicht nur Glück, mein Projekt hat wirklich das Potenzial, auch hier gut abzuschneiden.“ Nachdem er auch dort gewonnen hatte, folgte das Bundesfinale in Darmstadt, aus dem er ein weiteres Mal als Sieger hervorging. Das war seine Eintrittskarte zum Treffen mit Angela Merkel im Bundeskanzleramt in Berlin. Dort überragte Max nicht nur alle mit seiner Größe von fast zwei Metern, sondern auch mit seinem Beitrag. Die Bundeskanzlerin erwähnte sein Projekt in ihrer Rede, womit ihm eine besondere Ehre zuteilwurde, da in Berlin nur die Elite von jungen Forschern auch aus anderen Themenbereichen zusammenkam.

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