https://www.faz.net/-guy-6uyav

Wasser-Rugby : Wenn jeder Spielzug ein Schlag ins Wasser ist

  • -Aktualisiert am

Bild: Von Zubinski, LABOR Frankfurt

Das Wasser brodelt. Fliegender Wechsel im Sekundentakt. Der Torwart versucht strampelnd, seine Position zu halten. Unter Wasser geht es beim Rugbytraining heiß her.

          4 Min.

          Mit einer Hand am Beckenrand, den Kopf mit der Bademütze nach vorn gerichtet, wartet Michael Stautner auf das Startsignal. Als ein langes Hupen ertönt, stoßen sich je sechs Spieler der beiden Mannschaften mit ihren Flossen vom gegenüberliegenden Beckenrand ab und paddeln so schnell es geht auf den Ball in der Mitte zu. Nur Stautner bleibt als Verteidiger zurück, die anderen geben Vollgas. Das Wasser brodelt - der Anblick erinnert an eine Kampfszene zwischen den Römern und Galliern aus Asterix und Obelix. "In der Mitte kann es schon zu Zusammenstößen kommen", sagt Michael Stautner und lächelt schelmisch. Er ist 41 Jahre alt, 1,85 Meter groß und arbeitet als Kostenrechner bei einer Firma für Elektrowerkzeuge. Im Alter von 14 Jahren trat er dem Tauchclub in Reutlingen bei. Schon damals interessierte er sich für die Unterwasser-Rugby-Mannschaft, die Anfang der achtziger Jahre gegründet wurde. "Aber richtig aktiv wurde ich erst mit 21." Seine Taucherausrüstung hat er für das Gespräch gegen ein schwarz-weiß kariertes Hemd und eine helle Hose eingetauscht. Mit seinen kurzen hellbraunen Haaren und der Brille wirkt er sympathisch. Seine braunen Augen leuchten, während er von seinem ungewöhnlichen Hobby erzählt.

          Für das Unterwasser-Rugby muss ein Schwimmbecken mindestens 3,50 Meter tief sein. Der Ball in Größe eines Handballs ist mit Salzwasser gefüllt, damit er unter Wasser spielbar bleibt. Eine Mannschaft besteht aus zwölf Spielern, von denen aber immer nur sechs im Wasser sind. "Das ist ein fliegender Wechsel. Man kann ja immer nur rund 30 Sekunden unter Wasser bleiben. Insgesamt befindet man sich etwa zwei Minuten unter Wasser, bis man abgelöst wird. Der nächste Spieler darf aber erst ins Wasser, sobald die Flossen des anderen das Spielfeld vollständig verlassen haben, ansonsten handelt es sich um einen Wechselfehler." Ein Match besteht aus zwei Halbzeiten von jeweils 15 Minuten. Ziel ist es, den Ball in den gegnerischen Korb zu stoßen, der sich bei diesem Sport logischerweise unter Wasser befindet. "Das ist eigentlich ein Papierkorb, dessen Rand mit Schaumstoff und Klebeband umwickelt ist, und der an den Beckenboden geschraubt ist", erklärt Michael Stautner.

          In jeder Mannschaft gibt es zwei Torwarte, zwei Verteidiger und zwei Angreifer. Während sich ein Torwart schützend auf den Korb legt und strampelnd versucht, seine Position zu halten, legt sich der andere vor den Korb. Der Ball muss immer unter Wasser bleiben. Es darf weder gebissen, gekratzt, geschlagen, getreten werden, noch darf der Gegner an der Ausrüstung festgehalten werden. Badekappe und -hose sowie ein Armband zeigen die Mannschaftsfarbe an und sind in der Regel blau oder weiß. Manche tragen zusätzlich Mundschutz, Ellenbogenschützer und ein Suspensorium, das im Fachjargon auch "Eierbecher" genannt wird.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Ilhan Omar spricht bei einem Auftritt im Vorwahlkampf in Minneapolis vergangenen August mit der Presse.

          Wahlkampf in Amerika : Trump attackiert muslimische Abgeordnete

          Sie hasse Amerika, sagt der Präsident über die Amerikanerin Ilhan Omar, und greift auch noch die demokratische Gouverneurin von Michigan an. Joe Bidens Unterstützer setzen unterdessen auch auf Staaten, die eigentlich als sichere Bank der Republikaner gelten. Und Melania Trump hat ihren ersten Solo-Auftritt.
          Unser Autor: Martin Benninghoff

          F.A.Z.-Newsletter : Was bringt der Lockdown-Gipfel?

          Deutschlands sechzehn Ministerpräsidenten suchen einen Konsens über Maßnahmen in der Pandemie-Bekämpfung. Es ist nicht der einzige Showdown in der Hauptstadt. Was sonst noch wichtig wird, der F.A.Z.-Newsletter.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.