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Sound-Designer : Ton sorgt für Emotion

  • -Aktualisiert am

Einmal hat er Gehwegplatten zerschlagen, um die richtigen Geräusche einzufangen. Kai Storck arbeitet als Sound-Designer und sagt, Actionfilme lassen sich leichter unterlegen als ruhige Streifen ohne Musik.

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          Auf dem riesigen Fernseher, der zwischen zwei großen Boxen steht, läuft ein Film, in dem sich Partygäste unterhalten. Man sieht, dass jemand an der Tür klingelt, doch etwas ist anders als sonst: Man hört die Klingel nicht. Trotzdem macht sich im Film ein Junge auf den Weg zur Haustür und öffnet sie. In einer anderen Szene schlägt ein junger Mann wahllos eine Wand ein. Man sieht es, hört es aber kaum. Und trotzdem bemerken es die Schauspieler im Film, die sich gerade angeregt unterhalten und stürmen in das Zimmer. So sind alle Filme, die Kai Storck, Sound-Designer aus Bremen, zum Bearbeiten in sein gemütliches Büro in der Innenstadt bekommt. Nun stellt man sich ein Büro mit Mischpulten und Computern vor, stattdessen lassen sich darin nur ein bequemes Sofa, ein Regal mit alten Filmen, die Boxen und der Fernseher finden.

          Effekte für die Atmosphäre

          Storck sorgt dafür, dass die Töne im richtigen Moment zu den Szenen im Film passen. Außerdem verpasst er mit den Effekten und Hintergrundtönen dem Film die richtige Atmosphäre. Der gelernte Grafiker entdeckte seine kreative Seite durch Zufall beim Aufnehmen sogenannter O-Töne für den Animationsfilm einer Bekannten. Das machte er so gut, dass die Firma, bei der er den Film bearbeitete, ihn als Tonmeister einstellte. Der 40-Jährige ist froh darüber: „Sound-Designer ist ein Job, in dem sich Musisch-Rhythmisches und Visuelles verbinden lässt, und so etwas habe ich gesucht.“

          Bis ein Film ins Kino gelangt, muss nach dem Dreh viel passieren. „Zusammen mit dem Regisseur erarbeite ich, wie etwas klingen soll, und was die Zuschauer bei welcher Szene empfinden sollen.“ Ein stimmiges Tonkonzept für den gesamten Film wird entwickelt. „Mein Ziel ist, mit den Tönen und Effekten die Geschichte zu erzählen, und die Emotionen zu lenken.“ Die Töne sollen die Bilder unterstützen. „Wenn die Hintergrundtöne hervorstechen, dann ist es entweder Absicht – oder eine sehr schlechte Arbeit.“ Relativ einfach sei es, eine Actionszene zu vertonen, die Schwierigkeit liege in den ruhigen Szenen ohne Musik, denn da könne man durch den Ton die Spannung aufbauen und den Zuschauer „auf die Folter spannen“.

          Bassist verschiedener Bands

          Als Sound-Designer arbeitet man Hand in Hand mit den Musikern und den Geräuschemachern, „man muss sich ergänzen, es muss nachher homogen wirken“, sagt der ehemalige Bassist verschiedener Bands. Während Sound-Designer für die Atmosphäre und für die Hintergrundtöne im Film zuständig sind, ahmt ein Geräuschemacher explizite Geräusche – etwa Schritte, nach. In Storcks Tonrepertoire gibt es unzählige Töne für die Atmosphäre und Hintergrundtöne, die er bei Bedarf an der richtigen Stelle einfügt und miteinander kombiniert, damit der Zuschauer die besagte Türklingel hört oder der Wanddurchbruch massiv klingt. Festplatten mit einer Größe von vier Terabyte sind nötig, um die Töne und bearbeiteten Filme abspeichern zu können.

          Manchmal fehlt Storck ein Ton, dann muss er ihn aufwändig produzieren. Bestandteile vom Ton für das Wandeinreißen zum Beispiel nahm er auf, als er in seinem Garten Gehwegplatten zerschlug. „Das ist es, was den Beruf so vielfältig macht“, sagt er lachend. Zurzeit sucht er nach einer alten Straßenbahn, deren Ton er für einen Kinofilm benötigt. Für einen anderen Film schaltete er eine Anzeige, um an die Motorengeräusche eines alten Opelmodells zu kommen. Um einen Film „kinotauglich“ zu bekommen, hat der Bremer ungefähr vier bis acht Wochen Zeit. Seine Arbeit wurde schon mehrfach belohnt – mit Nominierungen für den deutschen Filmpreis in der Kategorie der „besten Tongestaltung“. Auch bei „Lola rennt“ hat er mitgewirkt.

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