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Konvertiten : Aus Christina wurde Amina

  • -Aktualisiert am

Bild: Illustration Andrea Koopmann

Die drei jungen Deutschen sind zum Islam konvertiert und sprechen von einer Neugeburt. Freunde reagieren mit Skepsis und halten die Hinwendung für naiv. Gründe dafür gibt es.

          4 Min.

          Ash hadu ana la ilaha ilal lah wa ash hadu ana mohammadan rasul lalah. "Ich bezeuge, dass es keinen Gott außer Allah gibt, und ich bezeuge, dass Mohammed der Gesandte Gottes ist." Das Aussprechen des Glaubensbekenntnisses, arabisch Shahada, in der Moschee vor dem Imam und vor muslimischen Zeugen beansprucht nur wenige Minuten und bedeutet den Eintritt in die islamische Gemeinschaft als vollwertiges Mitglied. Während viele Menschen in den westlichen Ländern der Welt den Islam als Bedrohung empfinden, steigt in Deutschland die Zahl derjenigen, die sich dieser Religion zuwenden und konvertieren. Genaue Statistiken gibt es nicht, Schätzungen gehen von 4000 deutschen Konvertierten im Jahr aus.

          Christina Albrecht, die 25-jährige Studentin der Tiermedizin aus Göttingen, trägt seit ihrem Glaubenswechsel den muslimischen Namen Amina und ist seit 2008 glücklich mit ihrem Ehemann Mohammed verheiratet, einem deutschen Informatikstudenten mit arabischen Wurzeln. Mitglied einer weltweiten Gemeinschaft zu sein spielte für Amina eine genauso große Rolle wie das Paradiesversprechen und der religiös geordnete Tagesablauf. Diese Sicherheit sei ihr wichtig gewesen, nicht aber, dass viele Menschen in ihrem Umfeld behaupteten, das Tragen des Kopftuches sei der Wille ihres Mannes. "Den Übertritt erlebe ich als eine Art Neugeburt", sagt Amina. "Ich erinnere mich, es war ein schönes Gefühl. Die Schwestern aus der Gemeinschaft beglückwünschten mich. Es waren wirkliche Freudentränen, die ich vergoss."

          Längst nicht mehr führt der Weg zum Islam über eine Heirat. Nils Schuster, ein 31-jähriger Architekturstudent aus Leipzig, hatte Religion immer als "Opium für das Volk" empfunden. "Ich dachte, dafür gibt es sie und sie wird instrumentalisiert, um die Massen unter Kontrolle zu halten." Die Begegnung mit dem charismatischen Imam, den er auf seiner Jemen-Reise bei der Besichtigung einer Moschee kennnenlernte, verändert mit einem Schlag sein Leben. Er kommt mit immer neuen Fragen in die kleine islamische Schule des Imams, die sich in einer Wohnung neben der Moschee befindet, bis man ihn selbst dann fragt, ob er bloß das Wasser hier analysieren wolle oder auch davon trinken möchte. Noch während seiner Reise vollzieht er den Übertritt.

          "Als ich am nächsten Tag beim Morgengebet mein Haupt zum ersten Mal auf den Boden gesenkt habe, wusste ich, dass das der Grund war, warum wir Menschen erschaffen worden sind." Nils bekommt den islamischen Namen Abdullah (Diener Gottes) und hat anfangs Bedenken, ob er es schaffe, täglich fünf Mal zu beten. "Doch nach dem ersten Gebet", so sagte er heute, "hatte ich das Bedürfnis, weitere fünf Mal zu beten." Heute kann er aus dem Arabischen frei übersetzen, den Koran rezitieren. Sein ehmals "planloses" Leben habe ein Ziel bekommen. Für ihn sei der Kern des Islams, sich der Macht Gottes zu ergeben. Diese Strenge und Ordnung seien die Hauptmotive vieler Konvertiten, ist er überzeugt.

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