https://www.faz.net/-guy-10bnx

Im Italienurlaub : Winterjacken an der Küste Liguriens

  • -Aktualisiert am

Straßenhändler sind in Italien allgegenwärtig Bild: Associated Press

In Pietra Ligure tummeln sich Touristen und Verkäufer. Sogar Winterjacken werden an der ligurischen Küste angeboten. Nicht wenige Urlauber sind genervt.

          1 Min.

          Es ist später Vormittag am Strand von Pietra Ligure, einem Städtchen mit 9000 Einwohnern an der ligurischen Küste in Norditalien. Die Sonne scheint heiß auf die Touristen, die schwimmen, lesen oder mit ihren Kindern auf dem steinigen Strand spielen. Plötzlich durchschneidet eine Stimme die schläfrige Atmosphäre: „Hallo, Coccobello!“ Einige Leute schauen überrascht auf, andere kennen den dunkelhäutigen Strandverkäufer schon, der mit lauter Stimme seine Kokosnüsse anpreist.

          Einfach ignoriert

          Der Strand ist voll von Verkäufern, die Waren oder auch Dienstleistungen anbieten. Da gibt es eine Masseurin aus China, einen Inder, der Henna-Tattoos malt, und sogar einen Mann, der mitten im Sommer versucht, seine Winterjacken loszuwerden. Die Strandverkäufer kommen nicht besonders gut an. Von den meisten Touristen werden sie einfach ignoriert. Es sei unangenehm, dass man von den Verkäufern so bedrängt werde, wenn man doch nur am Strand liegen wolle, sagt eine Zwanzigjährige, die vor einer Woche aus Zürich angekommen ist. Auch kämen sie immer wieder, wenn sie einmal etwas verkaufen konnten, weil sie hoffen, noch mehr loszuwerden.

          Kleiderkauf auf der Piazza

          Nicht nur am Strand, auch in der Altstadt findet man unzählige Touristenfänger. Auf der Piazza San Nicolò steht nicht nur die Kirche San Nicolò di Bari, sondern auch ein Laden, der Schmuck, Taschen und preiswerte Kleider verkauft. Spaziert man weiter durch, stößt man auf unzählige solcher Geschäfte, die allesamt dasselbe anbieten und jeweils von einem Inder geführt werden.

          Einer dieser Verkäufer ist Nur. Der 1,70 Meter große Mann mit kurzen schwarzen Haaren preist seine Waren mit lauter Stimme auf Italienisch oder Englisch an. Der 32 Jahre alte Mann stammt aus Bangladesch, lebt aber seit vier Jahren in Pietra Ligure. Dort hat er ein gutgehendes Geschäft aufgebaut, und das, obwohl sein Laden versteckt hinter einem Restaurant liegt. Nicht nur Touristen, sondern auch Einheimische kaufen Nurs Waren.

          Vorführung mit dem Feuerzeug

          Anfangs sei es schwer für ihn gewesen, sich in Italien zurechtzufinden, sagt Nur. Er musste schnell Italienisch lernen, denn mit Englisch machte er sich unbeliebt bei den italienischsprachigen Kunden. Doch nun beherrscht er die Sprache fließend, und das Geschäft läuft. Auf die Frage einer Kundin nach der Echtheit des Schmucks, den sie kaufen möchte, zieht Nur sein Feuerzeug hervor und hält es unter den Anhänger. Der Schmuck ist echt, die Kundin überzeugt.

          Weitere Themen

          Die Pandemie im Überblick

          Zahlen zum Coronavirus : Die Pandemie im Überblick

          Die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus verändern sich dauernd. In welche Länder man reisen darf und wie sich die Infektionszahlen in Deutschland und der Welt entwickeln – unsere Karten und Diagramme geben einen Überblick.

          Topmeldungen

          Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am Freitag in Istanbul

          Brief aus Istanbul : Erdogans tödliche Steuern

          Weil die Regierung den Alkohol überteuert, panschen die Menschen ihren Raki selbst und sterben daran. „Wahrhaft fromm ist, wer bei Mangel geduldig ausharrt“, sagt Präsident Erdogan.
          Susanne Hennig-Wellsow vor ihrem Abgeordnetenbüro in Erfurt

          Susanne Hennig-Wellsow : Die rote Boxerin

          Susanne Hennig-Wellsow möchte Vorsitzende der Linkspartei werden. Ihren Pragmatismus schmückt die Vertraute des Thüringer Regierungschefs Bodo Ramelow mit antifaschistischen Gesten.
          An der CDU-Basis beliebt: Friedrich Merz

          Umfrage vor CDU-Parteitag : Die Basis will Merz

          Zumindest die CDU-Mitglieder haben bei der Frage, wer Parteivorsitzender werden soll, eine klare Präferenz. Die Frage, wie und ob der Parteitag im Dezember stattfinden kann, ist derweil noch offen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.