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Discjockey : Denkis Mix kommt an

  • -Aktualisiert am

Bild: Moni Port, Labor Frankfurt

Hat der DJ etwas drauf, tanzt die Masse mit

          3 Min.

          Verschwitzte, glückliche Menschen tanzen, stehen wippend an der Bar der Diskothek Mint in Volkach und bestellen Getränke. Der Diskjockey legt seine Musik auf. Die Stimmung steigt. Der neueste Mix kommt gut an, die Bässe dröhnen. „Das ist genau das, was den Job ausmacht: die Masse zu bewegen und bei Laune zu halten“, erklärt Daniel Denk, der seit vier Jahren seiner Leidenschaft nachgeht. Mit 16 Jahren ging er zum ersten Mal mit seinen Freunden in die Clubs, um zu feiern. Er fand es von Beginn an faszinierend, wie viel Einfluss der DJ auf die Besucher hat. „Er macht die Party aus. Hat er was drauf, geht die Masse mit, tanzt und ist ganz dabei. Das unterscheidet einen guten DJ von einem schlechten.“

          Der 20-jährige DJ Denki, so sein Künstlername, kommt aus Röthlein, einem Dorf in der Nähe von Schweinfurt in Unterfranken. Betritt man sein DJ-Zimmer, sieht man den großen, bunten Bildschirm, auf dem sich alles abspielt, sowie das komplette Equipment, bestehend aus Computer, Unmengen von CDs, Mischpult, Anlage und Kopfhörern. Die Decke ist mit CDs beklebt. Die Wände sind mit Schaumstoff isoliert. „Sie verhindern, dass die Musik hallt, so dass der Klang wie in einem Studio rein und klar ist.“ Zudem ist er zum Schutz seiner Nachbarn gedacht.

          “Als ich schon einige Male in den Clubs unterwegs war, traf ich irgendwann auf meinen bisherigen DJ-Kollegen, mit dem ich mich auf einer Party lange über Musik und DJing unterhielt, bis wir beschlossen, uns mal zu treffen und das selbst auszuprobieren.“ Daniel opferte einen Teil seines Ausbildungslohns, um Equipment zu kaufen. Mittlerweile arbeitet er als Fachinformatiker bei einer Firma in Grafenrheinfeld.

          Die beiden gleichaltrigen Männer trafen sich oft, um die neu erworbene Technik kennenzulernen. „Vor allem mussten wir unser Gehör trainieren, das war am Anfang das Schwierigste. Die verschiedenen Funktionen und Knöpfe auf dem Mischpult lernt man mit der Zeit gut kennen, auch wenn es am Anfang total kompliziert erscheint.“ Ganz besonders wichtig ist das richtige Gefühl für den Takt in jedem Lied, damit die Titel bei einem Mix nicht mit völlig unterschiedlichen Rhythmen gespielt werden und es somit „völlig schief und sinnlos klingt“.

          Dass Daniel dies im Blut hat, merkt man, als er im Club zwei Lieder auflegt und die Beats angleicht, um einen harmonischen Übergang zu ermöglichen. Seine rechte Hand legt er vorsichtig auf die rechte Drehscheibe, um den richtigen Takt zu finden. „Das Ganze nennt man Beatmatching“, erklärt er. „Gute Übergänge sind das A und O des DJing. Und das habe ich bis zum Gehtnichtmehr geübt“, grinst er und zeigt auf die Tanzfläche: „Siehst du, so muss das abgehen. Bei guten DJs haben die Leute auch richtig Spaß an der Musik, sie sind ja nicht nur wegen den Getränken und den Leuten da.“

          Doch bis zum Sprung in die Clubs ist es ein langer Weg. „Um auf uns aufmerksam zu machen, mussten wir vor allem auf Mundpropaganda setzen. So kamen wir über einen Freund schnell an ein paar Kontakte, so dass wir ein paar Male auf Cocktailabenden auflegen durften.“ Und beide gründeten ein Webradio, um ihre eigenen Lieder für andere zugänglich zu machen. Vor allem über Facebook wurde viel Werbung gemacht, auch eine eigene Website wurde aufgebaut. Sie druckten Visitenkarten, T-Shirts mit ihrem selbstkreierten Logo, die sie selbst trugen und auch Freunden weitergaben, und übten immer weiter.

          “Das Schwierigste überhaupt war, in die Clubs zu gelangen. Nach langem Training trauten wir uns dann, im Suzie Wong anzufragen.“ Die beiden legten für eine halbe Stunde vor Markus Glitch auf, Resident DJ in diesem Schweinfurter Club. „Resident DJ heißt ganz einfach, dass man dort sehr oft auflegt und eben eine Art Stamm-DJ ist.“

          Obwohl weitere Aufträge folgten, trennte sich das Duo, da die beiden unterschiedliche Musik spielen wollten. „Mein DJ-Kollege war eher der Minimal-Typ, ich spiele viel lieber in Richtung Hip-Hop, Electro oder Charts - eher Mainstreammusik also.“ Daniel legte in bekannten Schweinfurter Clubs auf. Zudem schaffte er es, Resident DJ im Mint zu werden. Jüngst gewann er zudem einen DJ-Contest im Airport in Würzburg. Neben zehn anderen DJs trat er im Wettkampf um einen Vertrag mit Elara Entertainment auf, das eine Art Bookingagentur ist und Auflegemöglichkeiten vermittelt. Am Wettkampfabend lief die Jury inkognito in der Menge umher und beobachtete nicht nur den DJ, sondern insbesondere die Reaktion der Besucher.

          Hauptberuflich möchte Daniel in seinem erlernten Beruf bleiben: „Die Szene ist einfach zu riskant, es ist sehr viel Stress. Als hauptberuflicher DJ hat man einen völlig anderen Tagesrhythmus, und das will ich nicht. Ich habe schließlich eine Freundin. Zudem verdiene ich als Fachinformatiker mein Geld - das ist sicherer und macht mir auch viel Spaß.“

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