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Goldschmied : Kronen und Ketten

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Auch zu Karneval ist der Goldschmied gefragt. Besuch in einer Werkstatt im malerischen Eifelort Mayen. Im Gewölbekeller entstehen kleine Kunstwerke.

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          Jedes Unikat wird mit Liebe zum Detail erschaffen!“, sagt Goldschmied Rolf Schneider. In dem historischen Gewölbekeller unmittelbar neben dem Brückentor werden Metalle zu kleinen Kunstwerken verarbeitet. Das Brückentor, das seinen Namen durch seine Lage an der Brücke über das Flüsschen Nette hat, ist eines der noch wenigen erhaltenen altehrwürdigen großen Stadttore des Eifelstädtchens Mayen. Es beherrscht heute einen kleinen, pittoresken Platz, der mit dem großzügigen Marktplatz vor der mächtigen Genovevaburg zwar nicht mithalten kann, aber in seiner Geschlossenheit und Übersichtlichkeit und mit den ihn rahmenden alten Fachwerkhäusern einen besonderen Charme besitzt. In den Erdgeschossen der Häuser befinden sich charmante kleine Läden, Cafés und Bäckereien.

          Rustikales Ambiente und Silberbäder

          Hinter der schweren Eingangstür aus Stahl stehen die Kunden sofort am Hauptarbeitsplatz des passionierten Schmieds. Die Wände aus Mayener Stein, die für das Ladenlokal extra sichtbar gemacht wurden, und der berühmte Mayener Schiefer als Bodenbelag bilden das rustikale Ambiente für Rolf Schneider, der sich seit 41 Jahren der Goldschmiedekunst widmet. „Ich ging meinem Hobby nach und machte dieses zu meinem Beruf“, sagt der fröhliche Mann. In seiner Familie waren viele mit der Malerei verbunden, auch er war früh an Kunst interessiert. Der Mayener gründete seine Werkstatt nach seiner dreijährigen Ausbildung zum Goldschmied, die er in seiner Heimatstadt absolvierte. Er setzte sich intensiv mit den chemischen Eigenschaften von Edelmetallen auseinander und lernte den Umgang mit Chemikalien, die man für die Arbeit in der Schmuckwerkstatt benötigt: Silberbäder für eine Wiederherstellung der Farbe eines Accessoires, Reinigungssprays oder -schwämme, die für eine sanfte Reinigung und Politur genutzt werden.

          Legiert, geschmolzen, gegossen, gewalzt

          Die Sicherheit spielt bei verschiedenen Tätigkeiten eine große Rolle. Beim Schweißen sollte man Augen und Kopf mit Schutzhelmen vor ultravioletten und infraroten Strahlen schützen. Arbeitshandschuhe können den auftretenden Stromfluss durch den Körper verhindern. Bei der geschickten Materialbearbeitung kann man dem Handwerker über die Schulter schauen. So werden die Metalle oft selbst legiert, geschmolzen, gegossen, gewalzt und zu Blechen oder Drähten verarbeitet. Die Werkstoffe werden darüber hinaus mit einer Vielzahl von Methoden bearbeitet, beispielsweise Schweißen, Nieten, Schmieden, Gravieren, Hartlöten und Punzieren. Rolf Schneider fertigt Schmuckstücke aus heimischen Materialien an wie Schiefer, Basalt, Ellestadit, Hauyn, Sanidin und vielem mehr. Aber auch Edelsteine aus aller Welt werden mit Gold, Silber, Palladium und Platin zu kleinen Kunstwerken verarbeitet. Schöne, prunkvolle Colliers oder eine Korund-Kette mit einem Anhänger aus Silber, Basalt, Granat und einem Bergkristall bilden das Sortiment.

          Mitbringsel seiner geliebten Wanderungen

          „Viele Schmuckstücke kreiere ich auch aus Mitbringseln, die ich auf meinen geliebten Wanderungen auffinde“, sagt der 58-Jährige. Steine aus den Alpen oder den Moselgebieten habe er schon zu Ketten, Ohrringen und Armbändern verarbeitet. Kunden können ihre Schmuckstücke sogar individuell gestalten und selbst bei der Verarbeitung Hand anlegen, so etwa Hochzeitspaare bei der Anfertigung ihrer Trauringe. Viele Eifeler Stammkunden besuchen regelmäßig den Laden, aber auch viele Touristen oder gebürtige Mayener, die außerhalb wohnen, kommen mit bestimmten Wünschen, geben außergewöhnliche Kronen oder Bürgermeisterketten aus Edelsteinen in Auftrag. Zu Beginn der fünften Jahreszeit kommen viele Aufträge von Vereinen. Kronen oder Ketten werden für den künftigen Karnevalsprinzen oder die Prinzessin in Auftrag gegeben. Diese werden meist aus unedlen Metallen zusammengestellt, dann vergoldet oder versilbert und anschließend mit Steinen und Gravierungen geschmückt. Da klingt der Mayener Karnevalsruf doch gleich noch sympathischer: ,,Mayen, majoh!“

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