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Frankreich-Austausch : Madame Vogel, vous avez une possibilité de loger quelqu’un?

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Schweinfurt hält eine Partnerschaft mit Châteaudun am Loir. Immer wieder zieht es französische Praktikanten nach Unterfranken. Sprachbarrieren werden genommen.

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          Anderthalb Stunden von Paris entfernt liegt Châteaudun, eine malerische Kleinstadt mit 13 000 Einwohnern, die Dunois genannt werden. Seit 1963 unterhält das unterfränkische Schweinfurt eine Partnerschaft mit der französischen Stadt am Loir – nicht zu verwechseln mit der etwas weiter südlich fließenden Loire. Besiegelt wurde die Jumelage 1964, nachdem sich zwei Lehrer aus Schweinfurt und aus Châteaudun im Urlaub kennengelernt hatten. Wegen des am 22. Januar 1963 geschlossenen deutsch-französischen Vertrags war die Euphorie zu Beginn groß, und es gab einen regen Austausch zwischen den Städten.

          Jeder ist willkommen

          „Nach einiger Zeit ist der Kontakt leider etwas eingeschlafen“, klagt Anna-Margareta Vogel-Jehli, ehemalige Französischlehrerin und Vorsitzende des Freundeskreises Châteaudun e.V. „Die Leute, die in den 60ern davon so begeistert waren, sind ja immer älter geworden, und die Jugend hat das immer weniger interessiert.“ Von den rund 170 Mitgliedern sei ein großer Anteil schon mehr als 60 Jahre alt. Deshalb freut man sich über jeden Eintritt. „Der Mitgliedsbeitrag beträgt bei uns zehn Euro, für Schüler sind es fünf. Und falls sich jemand Gedanken bezüglich der Sprache macht, die muss er nicht haben. Natürlich sprechen bei uns viele Mitglieder Französisch, aber hauptsächlich reden wir Deutsch. Bei uns ist jeder willkommen.“

          Für einen Verein braucht man mindestens sieben Leute

          Ihr Mann Kurt Vogel, ehemaliger Stadtrat und Schriftführer des Vereins, ergänzt: „Wir sind privat immer wieder nach Châteaudun gereist, 1982 zum Beispiel habe ich eine Radtour organisiert. Bei der Fahrt war auch meine Frau dabei, und da haben wir natürlich intensiver die Stadträte und sonstige Bürger der Stadt kennengelernt. Die damalige Oberbürgermeisterin in Schweinfurt hat mich letztendlich angesprochen, ob ich nicht etwas machen könne.“ Was es für Schweinfurts andere Partnerstädte, North Lanarkshire und Seinäjoki, schon gab, das fehlte für Châteaudun. „Vielleicht hat das ein bisschen an der Sprache gelegen, dass nicht schon früher ein Verein gegründet wurde. Unsere französischen Freunde hatten uns ja immer wieder angesprochen, ob wir nicht ein Pendant zum Verein Amis d’Europe gründen wollen“, berichtet Vogel-Jehli. „Für einen Verein braucht man mindestens sieben Personen. Damals habe ich zuerst in meinem Französischkurs an der VHS nachgefragt. Bei der Gründungsversammlung im März 2009 waren gleich 30 Personen anwesend, wovon 19 sofort Mitglieder geworden sind.“

          Bei Rotwein und Baguette steigt die Stimmung

          Wieder Kontakt zu knüpfen und diesen auch zu halten sowie den Jugendaustausch zu fördern – das sei die Hauptaufgabe des Vereins. „Beispielsweise hatte unsere Feuerwehr jahrelang engen Kontakt, was dann aber leider aufgrund eines Führungswechsels abgeklungen ist“, sagt ihr Mann. Zurzeit zählt der Verein 172 Mitglieder. Für die wird einiges geboten. Der 14. Juli, der französische Nationalfeiertag, wird traditionell mit einem Gartenfest gefeiert. „Einmal im Jahr veranstalten wir ein Pétanque-Turnier in den Schweinfurter Wehranlagen.“ Der Freundeskreis organisiert viele kulturelle und gesellige Veranstaltungen. Seien es Reisen nach Frankreich, Ausflüge quer durch Deutschland, Picknicke oder ein klassischer Chansonabend mit französischen Künstlern. „Den Chansonabend haben wir jetzt viermal veranstaltet, und es war immer ein großer Erfolg. Aber gleich, was wir auch planen, wir versuchen immer einen Bezug zu Frankreich zu haben“, erklärt Vogel-Jehli. Das anschließende Beisammensein ist ein wichtiger Teil. „Bei uns heißt es: Wo immer wir hingehen, Rotwein, Käse, Baguette! Das gehört dazu und dann steigt die Stimmung“, sagt Kurt Vogel.

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