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Bundeswehr-Hubschrauberpilot : Feuer, Flut, Tod

  • -Aktualisiert am

Bild: Anke Kuhl

Zwischen Krieg und Rettungsaktionen von Katastrophe zu Katastrophe. Als Hubschrauberpilot bei der Bundeswehr

          3 Min.

          Ursprünglich war es nicht das Lebensziel Paul Altenhöfers, viele Stunden in den Lüften zu verbringen. Der Junge aus Hausen bei Würzburg wollte lieber Tierarzt werden. An das humanistische Gymnasium in Münnerstadt, das er 1976 mit Abitur verlassen hat, erinnert der heute 65-Jährige sich gerne. Am 1. Juli des gleichen Jahres wird er als Wehrpflichtiger in die Bundeswehr eingezogen. In der Kaserne in Cham erlebt er eine Vorstellung von Hubschraubern. Diese weckt einen Kindheitstraum an der „Fliegerei“ neu. Er verpflichtet sich acht Jahre als Zeitsoldat und entscheidet sich, eine „fliegerische Ausbildung“, wie er sagt, anzutreten.

          Pädagogikstudium in München

          Drei Hürden gilt es noch zu überwinden. Zunächst die Auswahl nach dem Ergebnis des Eingangstestes bei der Bundeswehr, eine psychologische Untersuchung, bei der unter anderem die Mehrfachbelastbarkeit, die Koordinationsfähigkeit sowie die Fähigkeit, sich zu fokussieren, untersucht wird. Zuletzt wird die körperliche Gesundheit und Fitness in einem zweitägigen Untersuchungsmarathon in Fürstenfeldbruck am Flugmedizinischen Institut der Bundeswehr festgestellt. Im gleichen Jahr beginnt Altenhöfer seine Offiziersausbildung mit der fliegerischen Ausbildung auf Alouette II. Nach dem Studium an der Bundeswehruniversität in München zum Diplom-Pädagogen 1981 startet am Standort Niederstetten 1983 seine Zeit als Einsatz-Luftfahrzeugführer in der 1. Fliegenden Abteilung 301.

          Ab 1982 fliegt er mit dem Transporthubschrauber UH-1D Einsätze. So wird er als Pilot bei der Bergung von Verletzten im Rettungshubschrauber, beim Transport von Außenlasten oder bei Waldbränden eingesetzt. Als ein Beispiel seiner Einsätze bei Katastrophen nennt er das Oderhochwasser 1997, bei dem er als Organisator im Krisenstab den Einsatz der Hubschrauber koordiniert hat. Um die Dämme zu stabilisieren, wurden Sandsäcke tonnenweise zu den passenden Stellen geflogen und abgeworfen. In dieser Zeit endet seine Verwendung als Einsatzpilot. Dies bedeutet für ihn, weniger selbst den Hubschrauber zu steuern, sondern das ihm anvertraute Personal auszubilden und richtig einzusetzen.

          Im letzten Moment verhindert

          Im Laufe seiner Karriere sammelt er aber auch viel militärische Einsatzerfahrung. So ist er 1996 Leiter des Flugbetriebes der gemischten Heeresfliegerabteilung IFOR in Kroatien und 2000/2001 Kommandeur der Hubschrauberabteilung KFOR in Toplicane im Kosovo. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm ein Nachttiefflug von Zadar nach Trogir mit einem verletzten Soldaten an Bord. Flächenbrände zu löschen war eine sich immer wiederholende Aufgabe. Ein Moment, der sich tief ins Gedächtnis eingeprägt hat, war ein Großbrand in unmittelbarer Nähe des Flugplatzes. „Wir hatten seit mehr als zwei Stunden mit allen verfügbaren Kräften versucht, das Feuer unter Kontrolle zu bekommen. Meine Aufgabe war die Koordination der Flieger beim Löschvorgang und der reibungslose Ablauf des Löscheinsatzes. Mit dem letzten Reservehubschrauber und Außenlastlöschbehälter bin ich dann noch mitgeflogen, und wir haben mit gemeinsamer Anstrengung das Überspringen der Flammen auf das Lager und unseren Spritvorrat im letzten Moment verhindern können. Der Befehl zur Räumung der dort stationierten Soldaten der Bundeswehr war schon gegeben.“

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