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Fernsehkoch Neša Travka : Köstliche „Kartoffeln in der Unterwäsche“

  • -Aktualisiert am

Geerntet wird nach den Phasen des Mondes: Aus der Hexenküche des serbischen Kräutersammlers und experimentierfreudigen Fernsehkochs Neša Travka.

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          Lustige Pflaumen“, „Bezaubernde Bohnen“, „Magisches Abendessen“, „Königliche Polenta“, das sind typische Spezialitäten Nebojša Stamenovićs, der als Neša Travka bekannt ist. Neša bedeutet übersetzt Pflänzli. Der serbische Bergsteiger und kulinarische Kräutersammler aus Niš, einer Stadt in Südserbien, stellt die interessante Welt der Kräuter und Gewürze vor und zeigt, wie man sie beim täglichen Kochen und für Tees verwendet. Aus selbst angebauten Pflanzen und gesammelten Kräutern kreiert er Spezialitäten mit dem Ziel, der Bevölkerung gesunde Ernährung beizubringen. Die Rezepte seiner Großmutter nimmt er als Inspiration für seine moderne Küche und findet Alternativen, die Fleisch ersetzen können. Beim Kochen kommt er spontan auf die lustigen Namen, die bei den Gästen gut ankommen.

          Heiligenbilder der Großmutter

          In seinem Restaurant „Kuća Čaja“, auf Deutsch „Teehaus“ im Stadtzentrum von Niš, begrüßt der 50-Jährige in Karohemd und Strickmütze seine Gäste. Das Restaurant befindet sich in einem kleinen Haus und ist mit einfachen Holzmöbeln ausgestattet. Wenn man es betritt, kommt es einem vor, als wenn man eine kleine Hexenküche betritt. In jeder Ecke und in jedem Regal stehen Einmachgläser und Behälter mit Kräutern. In dem bescheidenen Restaurant gibt es einige kleine Holztische, die mit verschiedenen Tischtüchern gedeckt sind. Die Wände sind in einen Erdton getaucht. In einigen Ecken kommt man sich vor, als sei man in einem Kindergarten, dort hängen alte, mit farbigen Blumen bemalte Skier und farbenfrohe Bilder. Der Koch hat auch eine große Wand voller Heiligenbilder, die viele Leute in Serbien besitzen. „Die meisten habe ich von meiner Großmutter geerbt“, sagt Nebojša ganz stolz, „deswegen übernahm ich die Tradition, die Heiligenbilder weiter zu sammeln.“

          Nur dienstags geöffnet

          Seit er sich für eine gesunde Ernährung entschieden hat, gründete er das Restaurant, das nur dienstags geöffnet ist. Im Restaurant arbeiten seine Freunde als Angestellte, die besondere Bedingungen erfüllen müssen: Sie müssen zehn verschiedene Pilzarten und dreißig Pflanzenarten aufzählen können. Er selbst hat unterschiedliche Berufe wie Autoelektriker, Keramiker und Feuerwehrmann gelernt, aber das Kochen weckte seinen Abenteuergeist. Sein Lebensmotto „Es ist nicht wichtig, was du machst, sondern ob du es gern machst“, führte ihn vor 20 Jahren in die Natur. Beim Bergsteigen und bei Wanderungen erlebte er, wie man sich gesünder ernähren kann. Neša Travka begann Pilze und Heilkräuter zu sammeln, mischte die Kräuter, um gesunde Heiltees zuzubereiten, die bei vielen Alltagsbeschwerden und Krankheiten helfen und dem Körper gesundheitsfördernde Stoffe zuführen. „Natürlich reicht es nicht, jeden Tag Tee zu trinken und nachher ein Wunder zu erwarten. Einige Gewohnheiten muss man ändern, um seine Gesundheit zu stärken. Der beste Weg, uns gesund zu ernähren, liegt in der Ernährung unserer Vorfahren“, erklärt er. Heute haben wir einen viel leichteren Zugang zum Fleisch als unsere Vorfahren und konsumieren mehr, als wir bräuchten. Er empfiehlt stattdessen Gerichte von Reis und Linsen.

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