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Eishockey-Profis : Hart, aber fair, risikoreich und rasant

  • -Aktualisiert am

Wenn der Adler-Schrei ertönt: Gespräch mit zwei jungen Eishockey-Profis. Nicht nur in Mannheim geht es heiß her und hart zur Sache.

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          Die ausverkaufte SAP-Arena bebt, wenn der Adler-Schrei ertönt und die Spieler der Adler Mannheim auf die Eisfläche stürmen. Nach kurzem Warmlaufen stellt sich die Starting Six auf, darunter Moritz Seider, ein vielversprechendes Talent, auf der Position des Verteidigers. Das Spiel beginnt. Die Zuschauer folgen gespannt dem Puck, der von Spieler zu Spieler flitzt. Der Spieler mit der Rückennummer 44, Dennis Endras, hält den Puck und verhindert das gegnerische Tor. Die Menge jubelt, und als das erste Tor für die Adler fällt, stimmt die Fankurve zum ersten Fangesang ein. Eishockey ist ein rasantes und risikoreiches Spiel. Die Profis verteilen harte Bodychecks und schießen den Puck mit bis zu 175 Kilometern in der Stunde über das Eis. Die meisten Spieler der Adler Mannheim sind erwachsen, deshalb sticht Moritz Seider noch mehr aus dem Team heraus. Er ist im April 18 Jahre alt geworden und einer der jüngsten Profispieler in der Deutschen Eishockey-Liga. Geboren wurde Seider 2001 in Zell, zog jedoch im frühen Alter nach Erfurt um. Dort ging er bereits mit der Kindergartengruppe auf die Eisbahn, um das Schlittschuhlaufen zu erlernen. Ihn ergriff das Eishockey-Fieber.

          Umzug in eine fremde Stadt

          Jahrelang übte Moritz Seider seine Hockeykünste in Erfurt, bis er dann vor vier Jahren die Anfrage der Jungadler Mannheim annahm. Eine schwere Entscheidung, da ein Wechsel einen Umzug in eine fremde Stadt bedeutete. Nach langem Überlegen zog er mit seiner Familie nach Mannheim, was für ihn der Durchbruch war. Moritz Seider spielt seit seinem 16. Lebensjahr für die Adler Mannheim, damals noch die Jungadler, seit 2017 in der Profiliga. Den Aufstieg hat er sich hart erarbeitet, obwohl ein wenig Glück natürlich auch dazugehört. Die Profiliga war eine Umstellung für ihn, da sie viel intensiver und härter trainiert. „Es sind auch manche Spieler dabei, die 110, 115 Kilo wiegen, und die dann weg zu drücken ist natürlich auch schon mal eine andere Hausnummer, als gegen Gleichaltrige zu spielen“, sagt Moritz Seider und betont: „Der Respekt zwischen den Teams ist jedoch immer da. Man will selbstverständlich keinen verletzen, aber auch so hart wie es geht spielen, um es den Gegnern einfach schwerzumachen. Da muss man aber immer fair bleiben.“ Neben dem Training besucht Moritz Seider zurzeit ein Gymnasium in Mannheim. Wie vereint er Schule und Sport? Die Adler trainieren jeden Vormittag, da bleibt keine Zeit für Schule. Moritz Seider musste in Koblenz beim Kultusministerium vorsprechen, das ihm eine Sonderregelung erlaubte. Neben Einzelunterricht mit den Lehrern besucht er nachmittags die Schule. Für Klausuren versucht Moritz Seider natürlich anwesend zu sein, lässt sein Zeitplan dies jedoch nicht zu, so werden außerschulische Termine mit den Lehrern vereinbart. Ihm ist es wichtig, sich mit dem Abitur alle Möglichkeiten für die Zukunft offenzuhalten, weswegen ihm die Unterstützung durch die Schule auch viel bedeutet. Man könne ja nicht für immer Sportler bleiben.

          Das Partyleben lockt, aber der Sport ist ihm wichtiger

          Das Team verbringt seine Freizeit meist zusammen. Wie andere auch gehen die Spieler zusammen ins Kino, ins Café oder grillen mit Familie und Teammitgliedern. Für Moritz Seider ist das schon ganz normal. Das übliche Partyleben lockt ihn natürlich schon, aber der Sport ist ihm wichtiger. Er verbringt viel Zeit mit seinen Kameraden. Der Sportler denkt jedoch auch an seine Freunde in der Heimat Erfurt. Es bedeutet ihm viel, weiterhin in Kontakt mit ihnen zu bleiben. „Man sollte nie vergessen, wo man herkommt, und die Kontakte weiterhin pflegen.“ Moritz Seider gilt als großes Talent; neben seinem Vertrag bei den Adlern Mannheim spielt er auch für die Nationalmannschaft. Es ist jedes Mal eine große Ehre für ihn, wenn er das Nationaltrikot anziehen und für Deutschland im Nordbereich auflaufen darf. Es gibt noch ein paar Baustellen, an denen er arbeiten muss oder wo er sein Spiel noch verbessern muss. Sein großer Wunsch hat sich inzwischen erfüllt. Er wollte einmal in Nordamerika  spielen, am liebsten in der National Hockey League, der NHL. Das ist Seider gelungen, seit Juli trainiert er in den Vereinigten Staaten.

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