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Eifel-Trüffel : Schwarzer Eifel-Diamant

  • -Aktualisiert am

Bild: Christopher Fellehner

Wintertrüffel aus dem einstigen „Preußisch Sibirien“? Durch den Klimawandel ist das möglich. Suchen darf man sie im Wald nicht. Und die Plantagen sind geheim.

          4 Min.

          Trüffel in der Eifel, dem ehemaligen „Preußisch Sibirien“? Der Klimawandel macht es möglich. Mit der Verschiebung der Temperatur-Grenzen nach Norden bewegen sich auch Funga, Flora und Fauna, die vor wenigen Jahrzehnten noch in mediterranen Sphären beheimatet waren, in die nördlichen Regionen. Zu ihnen gehört die ursprünglich Périgord-Trüffel, Tuber melanosporum, Schwarze Wintertrüffel oder auch Schwarzer Diamant genannt, die Gastronomie, Liebhaber und Köche ins Schwärmen bringt. „Die Suche nach Trüffeln in deutschen Wäldern ist verboten“, warnt der Pilz- und Heilpilzexperte Michael Riehl. Um Pilzexperte zu werden, muss man mehrere Seminare und Schulungen besucht haben und anschließend eine Prüfung ablegen. Der Grund für das Verbot überrascht den Laien, denn die Trüffel dürfen nur als landwirtschaftliches Produkt kultiviert und angebaut werden. Aber hierzu sind einige wesentliche Hürden zu nehmen: eigener Landbesitz oder Nutzungsrechte und Expertise in Pilzanbau und Trüffelkultur.

          Um zu gedeihen, brauchen sie den passenden Baumpartner

          „Der Schlüssel zum Sieg ist Geduld“, erläutert Michael Riehl, der seit fünf Jahren Trüffelplantagen, deren Standorte geheim sind, pflegt und betreut. Hauptsächlich übernimmt Riehl die Pflege allein, jedoch bekommt er finanziell sowie praktisch Unterstützung von seinen Investoren, die im Gegenzug dafür am Gewinn beteiligt werden. Der 70-Jährige kam durch seine Liebe zur Natur zu den Trüffeln. Die Grundvoraussetzungen sind mit den geologischen, geographischen und den klimatischen Parametern fein abzustimmen. „Trüffel benötigen einen Boden mit einem pH-Wert zwischen 7 und 8 und einen passenden Baumpartner, um perfekt zu gedeihen.“ Damit ist der Boden leicht basisch, einen derart beschaffenen Boden findet man in Kalksteingebieten. Jedoch kann man diesen auch durch die Zugabe von Kalkschotter künstlich erzeugen, indem man diesen eingrubbert oder einpflügt. „Eine geeignete Plantage wäre idealerweise ein ehemals genutztes Ackerland mit genügend Sonnenstunden und ohne Gefahr von Staunässe“, erklärt der pensionierte Sprachendozent. Zuletzt unterrichtete er in Koblenz bei Lane’s Language Services Deutsch, Englisch und Französisch. In trockenen Sommern ist zu einer Bewässerungsanlage auf der Plantage zu raten. Zu empfehlen ist außerdem, zwei von den sechs für die Gastronomie interessanten Arten anzubauen.

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