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Caterer : Vom Schnittchen zum Büfett, Howie macht das schon

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Kochen im Keller: In einem Taunusort hat sich ein international erfahrener Koch mit einem Catering selbständig gemacht

          Ortsdurchgangsstraße Schneidhain im Taunus, nahezu ländliche Stille. Wenige Autos befahren die Straße, gelegentlich kreuzen Kühe den Weg. Inmitten der Häuser steht ein Haus, das auf den ersten Blick aussieht wie jedes andere auch. Doch fast jeder Schneidhainer Bürger weiß, was sich dahinter verbirgt – der Veranstaltungsservice von Markus Hohmann, der als „Howie“ bekannt ist. Hinter dem Sprinter und dem Kühlanhänger im Hof verbirgt sich eine Steintreppe, die in die Kellerräume des Wohnhauses führt, in denen sich der Zauber abspielt. Nachdem man die braune, rustikale Holztür passiert hat, gelangt man in einen kleinen Flur, der einem Lager gleicht. Vier deckenhohe Regale stehen an den Wänden, in denen sich von Gasbrennern bis hin zu Tischdecken alles befindet, was für eine Cateringausrüstung notwendig ist. Vor diesen Regalen stapeln sich graue Kisten aus Plastik, die zum Transport der produzierten Waren dienen. Eine Tür führt unmittelbar in die Küche. Anders als andere gastronomischen Küchen erscheint diese auf den ersten Blick eher wie eine reguläre Haushaltsküche – auf jeden Fall von der Größe her. Ausstattung und Arbeitsflächen hingegen entsprechen denen einer Gastronomieküche. Ein Konvektomat, eine Kombination aus Ofen und Dampfgarer, eine Spülmaschine, mehrere Gaskocher sowie Fritteuse und Kühlschränke sind für Caterings bis zu 200 Personen ausgelegt. Mehrere Wandregale bieten Platz für internationale Gewürze, Öle und Produkte wie Nüsse, Datteln oder Kerne. Ein deftiger Geruch liegt in der Luft. „Seit 1994 bin ich im Business“, erklärt Markus Hohmann. Den Veranstaltungsservice führt er nur an den Wochenenden und nur in Ausnahmefällen auch unter der Woche. „Hauptberuflich arbeite ich als Küchenleiter in einem Seminarzentrum der Arbeitsagentur.“ Der 49-Jährige hat eine internationale Koch-Karriere hinter sich und möchte sich jetzt ein wenig mehr selbst verwirklichen. Ob auf einem russischen Luxusliner, in diversen Restaurants in Thailand oder einfach in einer exquisiten Küche in der Schweiz – Hohmann hat schon viele Gäste kulinarisch begeistert. Neben Englisch spricht er Russisch, Thailändisch und Spanisch, was ihm, wie er erzählt, schon in vielen Lebenslagen eine gute Hilfe war. Ebenso ist er besonders stolz darauf, vor 20 Jahren seinen Küchenmeister an der Hotelfachschule Heidelberg nahezu fehlerfrei und mit der Bestnote bestanden zu haben.

          Ohne talentierte Aushilfen wäre er nichts, sagt er

          Dies zeigt sich in seinen tadellosen Kochkünsten. „In bisher keinem gastronomischen Betrieb hatte ich jemals so eine positive Resonanz wie bei meinem eigenen Veranstaltungsservice“, sagt er verlegen lachend. Oft hat er sogar so viele Anfragen, dass er nicht alle annehmen kann, wobei von Hochzeiten über Geburtstagsfeiern bis hin zu den Schnittchen für den Frauen-Bowlingverein alles dabei ist. „Du machst das schon, Howie“, hört man oft in seiner Gegenwart. Die meisten seiner Kunden vertrauen ihm blind, was die Wahl der Speisen angeht. „Ich wäre nichts ohne meine talentierten Aushilfen“, erklärt er. Etwa zehn Aushilfen für den Service, die Küche, die Logistik und zum Spülen gehören zu seinem Team. Natürlich geht auch mal etwas schief. Bei einem Catering für eine Weihnachtsfeier in einem Frankfurter Hochhaus fing einmal die ganze Tischdecke auf der Dachterrasse Feuer. Doch selbst in dieser „heißen Angelegenheit“ blieb Hohmann souverän und löschte die Flammen unverzüglich mit einem Teppich. In einer großen Halle, etwa zwei Kilometer entfernt von seinem Wohnhaus, lagert Howie alle größeren Utensilien. Stehtische, Lounge-Möbel, Zelte und rustikale Ritterrüstungen sind zu finden. Denn nebenbei ist der Gastronom geschlagener Ritter im Burgverein. Auch wenn sein Leben oft stressig ist, bereut er nichts und ist froh, dass er sich zu den wenigen zählen kann, deren Beruf ihre Passion ist.

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