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Bergsteigerin Edurne Pasaban : Angst um ihr Leben

  • -Aktualisiert am

Edurne Pasaban ist als erste Frau auf alle 14 Achttausender gestiegen und hat auf dem K2 Erfrierungen erlitten. Begegnung mit einer Ausnahmesportlerin.

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          Schon seit meinen ersten Lebensjahren hatte ich eine besondere physische und seelische Verbindung mit den Bergen“, sagt Edurne Pasaban, die erste Frau, die alle 14 Achttausender bestiegen hat. Die 46-Jährige sitzt im Garten des Restaurants Abeletxe, das ihrer Familie gehört. Mitten im Grünen befindet sich das Haus in Zizurkil, San Sebastián im Baskenland. Zehn Jahre nach ihrem Erfolg sagt sie: „Für die Basken haben Berge immer eine gewisse Wichtigkeit, wir sind halt von ihnen umgeben.“ Geboren ist sie in Tolosa, einem Dorf mit 18 000 Einwohnern. Das Bergsteigen war bis zu ihrem vierzehnten Lebensjahr nur ein Hobby. Mit 16 Jahren war sie mit ihrem Club in den Alpen, wo sie den Mont Blanc bestieg. Nach ihrem 18. Geburtstag beschloss sie, dass sie beruflich bergsteigen wollte, und intensivierte mit der Unterstützung ihrer Familie das Training. „Ich trainierte jeden Tag zwischen fünf und sechs Stunden, wo Cardio und Aerob den meisten Teil umfingen“, sagt sie, während sie ihre schwarzen Haare zu einem Zopf bindet. Am Wochenende standen lange Wanderungen an, oft mit vier, fünf Leuten in den Pyrenäen, um so physische Härte zu erreichen.

          Der schwierigste Achttausender

          Vor 19 Jahren gelang es ihr, den ersten Achttausender zu besteigen. „Ich wollte so schnell wie möglich wieder nach unten, ich hatte keine Zeit, mir die Landschaft anzuschauen, das hat etwas mit den vielen Einschränkungen, die es dort oben gibt, zu tun.“ So spielen das Wetter und der Sauerstoff eine Rolle. Für den Gasherbrum I brauchte Edurne Pasaban sieben Tage und für den K2 mit Vorbereitung ein ganzes Jahr. Der K2 ist für sie der schwierigste Achttausender, hier hat sie 2004 zum ersten Mal um ihr Leben gefürchtet und durch Erfrierungen zwei Zehen verloren. Pasaban bestieg immer mit denselben Begleitern die Berge. Ihr Hauptsponsor war die Fernsehshow „Al filo de lo imposible“, die ihre acht letzten Achttausender mit Videos und Fotos dokumentierte. Als sie sich 2006 von den Verletzungen vom K2 erholte, erlebte sie einen Wendepunkt: „Ich wusste nicht mehr, was ich mit meinem Leben anfangen sollte, ich wusste nicht wirklich, was mein Ziel war. Ich sah, wie meine Freundinnen alle eine Familie hatten, und ich war ganz allein.“ Sie versuchte sogar zweimal, sich das Leben zu nehmen, jedoch gelang es ihr aufgrund innerer Stärke und mit viel Unterstützung, sich zu erholen.

          Sie wollte den Einheimischen etwas zurückgeben

          Vor zehn Jahren gelang es ihr, den Shishapangma, ihren vierzehnten Achttausender, zu besteigen. Sie gründete die „Montañeros para el Himalaya Edurne Pasaban“-Stiftung, mit der sie Kinder in Nepal, Pakistan, Tibet, Indien und Bhutan Bildung und Hygiene ermöglichen will. „Ohne die Hilfe von den Einheimischen wäre mein Traum niemals in Erfüllung gegangen, ohne sie wären ich und viele andere Bergsteiger gescheitert“, sagt sie überzeugt. „Doch sie haben dafür niemals etwas zurückgekriegt.“ Sie beschloss, ihnen zu helfen, so wie sie ihr geholfen haben. Vor fünf Jahren wurde Dhola, ein Dorf in Nepal, durch ein Erdbeben zerstört, viele Menschen wurden schwer verletzt. Die Stiftung half mit 60 000 Euro und schuf 55 neue Wohnungen. Die studierte Wirtschaftsingenieurin hat einen Master in Personalmanagement, der ihr bei der Stiftung von Nutzen ist.

          Eine Sache sei ihr klargeworden: „Um Ziele zu erreichen, braucht man immer harte Arbeit, denn nichts im Leben ist leichtgemacht.“ Die Gründe ihres Erfolges sind viele: ihre innere Härte, ihre Ausdauer, ihr Ehrgeiz. „Im Baskenland legt man auf Sport viel Wert, und die Basken haben auch Eigenschaften, von denen der Sport profitiert, sie sind fleißig, geben nicht auf und wollen weiterlernen.“

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