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Altenpflegeheim : So wird es nie mehr werden

  • -Aktualisiert am

Nicht mehr wie zuvor: Leben im Altenpflegeheim Bild: dpa

Ansingen gegen die Traurigkeit und die Erinnerung an die vertraute Familie: Weihnacht im Altenpflegeheim ist ein schmaler Grat zwischen Freude und Trauer.

          4 Min.

          Der Klang von „Oh du Fröhliche“ erfüllt den festlich geschmückten Raum. Am Heiligabend sitzen alle Bewohner zusammen im großen Speiseraum, teils an kleinen separaten Tischen, teils an einer großen Tafel. An deren Stirnseite fährt eine Frau im Takt der Musik in ihrem Rollstuhl hin und her, völlig versunken in die Darbietung des Musikvereins. Nach und nach fallen mehr Bewohner in die altbekannte Melodie mit ein, bis schließlich jeder, so gut er kann, in den Refrain einstimmt.

          In den Pausen zwischen den Liedern finden kurze Gespräche statt, Rückblicke auf das vergangene Jahr mit all seinen Facetten werden zum Besten gegeben. Mitarbeiter und Ehrenamtliche sind unentwegt damit beschäftigt, Kaffee, Tee und Kuchen zu servieren, nicht ohne mit jedem ein paar Worte zu wechseln.

          Das Altenpflegeheim St. Katharina in Endingen am Kaiserstuhl, ein ehemaliges Krankenhaus, verfügt über 130 Pflegeplätze. In den drei Wohnbereichen sind neben 151 Festangestellten auch über 60 Ehrenamtliche beschäftigt. Schon vor dem Gebäude wird man von einem prächtigen Tannenbaum begrüßt, Tannenreisig schmückt die Geländer der rollstuhlgerechte Wege. Im Eingangsbereich steht eine große Krippe, der Geruch von Moos liegt in der Luft. Auch Flure und Büros sind mit Liebe zum Detail dekoriert. Zuständig dafür ist Inge Griebel, eine langjährige Mitarbeiterin des Hauses. Obwohl sie in erster Linie in der Pflege beschäftigt ist, hat sie es sich ehrenamtlich zur Aufgabe gemacht, für das weihnachtliche Flair zu sorgen. „Auch mit kleinen Geschenken kann man viel erreichen“, erklärt die Altenpflegerin. Seit ihre eigene Mutter vor drei Jahren während der Weihnachtszeit verstorben ist, hat das Fest für sie eine andere Dimension. Dass dies von Bewohnern wie von Angehörigen wertgeschätzt wird, bedeutet ihr viel.

          Mit dem Roten Kreuz in den Europapark

          Zwischen dem ersten Advent und Silvester gibt es viele Veranstaltungen. Traditionell kommt der Nikolaus, begrüßt die Bewohner im Speisesaal und stattet Bettlägerigen einen persönlichen Besuch ab. Oft begleitet von Angehörigen, basteln die alten Menschen Weihnachtsdekoration, backen, was auch weniger mobilen Bewohnern durch einen fahrbaren Ofen möglich ist.

          Der Ausflug zum Endinger Seniorentreff ist vor allem für die aus Endingen stammenden Bewohner ein wichtiges Ereignis, da sie hier Bekannte, Freunde, langjährige Wegbegleiter treffen. Auch die Fahrt in den Europapark Rust ist ein Höhepunkt. Den Transport übernimmt das Rote Kreuz. Organisiert werden solche Ausflüge auch über das Jahr hinweg vom Betreuungsdienst der Wehrle-Werk-Stiftung, die der ehemalige Leiter des Emmendinger Werks ins Leben rief. Die Stiftung bietet zusätzliche Betreuungsleistungen außerhalb der Finanzierung über die Pflegeversicherung an. Große Ausflüge sind durch die Stiftung überhaupt erst möglich. Es gibt Gruppenangebote wie zum Beispiel Frühstücksbuffets, Malgruppen, Spiele- und Kinonachmittage sowie Einzelbetreuung mit Spaziergängen, Gesprächen oder Spielen.

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