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Familie in Deutschland : Jedes vierte Kind wächst ohne Geschwister auf

  • Aktualisiert am

Von den 13 Millionen Kindern und Jugendlichen sind 26 Prozent Einzelkinder. Bild: dpa

Millionen Kinder in Deutschland haben weder Bruder noch Schwester. Ob Paare ein Kind oder mehrere in die Welt setzen, hängt stark vom Wohnort ab.

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          Jedes vierte Kind in Deutschland wächst ohne Geschwister auf. Von den 13 Millionen Minderjährigen seien im vergangenen Jahr 26 Prozent Einzelkinder gewesen, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Allerdings ist die Zwei-Kind-Familie immer noch am häufigsten: Knapp die Hälfte der Kinder lebte 2014 mit einem Geschwisterkind, und 26 Prozent hatten zwei oder mehr Geschwister.

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          Dabei gibt es deutliche Unterschiede zwischen Stadt und Land, sowie zwischen Ost und West: Während in den Großstädten 30 Prozent der Kinder als Einzelkinder aufwachsen, sind es auf dem Land nur 24 Prozent. In Ostdeutschland waren im vergangenen Jahr 34 Prozent der Minderjährigen Einzelkinder, im Westen 25 Prozent.

          Entscheidung für Familiengründung fällt immer später

          Ein Grund für den hohen Anteil der Einzelkinder sei sicher, dass die Entscheidung zur Familiengründung immer später getroffen werde, sagt Harald Rost vom Staatsinstitut für Familienforschung der Uni Bamberg. Jenseits der 30 sinke einfach die Wahrscheinlichkeit für Frauen, schwanger zu werden. Weil in Großstädten Wohnraum knapp und teuer sei, liege dort der Einzelkind-Anteil über dem Durchschnitt. Zudem brauchten Familien mit mehr Kindern auch mehr Platz, den sie eher auf dem Land fänden. Außerdem sei in den größeren Familien häufig nur ein Elternteil berufstätig.

          Grundlage der Zahlen, zu denen neben leiblichen Kindern auch Stief-, Pflege- und Adoptivkinder zählen, sind Ergebnisse des Mikrozensus. Seit Jahren bleiben diese Werte relativ stabil: 1996 habe der Anteil der Einzelkinder bei 24 Prozent gelegen, die der Kinder mit einem Geschwisterkind bei 48 Prozent und die der mit mehreren Geschwistern bei 28 Prozent, so das Bundesamt.

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