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Nach Plagiatsvorwürfen : Japan präsentiert ein neues Olympia-Logo

Der japanische Künstler Aso Tokolo am Montag mit den von ihm entworfenen Logos für die Olympischen und Paralympischen Spiele Bild: dpa

Japan hat ein neues Emblem für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio vorgestellt. Der erste Entwurf musste nach wenigen Wochen wegen Plagiatsvorwürfen zurückgezogen werden.

          Japan bemüht sich, eine Schmach zu tilgen, und hat am Montag ein neues Emblem für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio vorgestellt. Im vergangenen Jahr musste der mit viel Pomp präsentierte erste Logo-Entwurf nach wenigen Wochen wegen Plagiatsvorwürfen zurückgezogen werden. Ein belgischer Designer hatte Klage eingereicht, weil er Rechte an einem Theaterlogo in Liège verletzt sah. So eine Blamage soll, so hofft das Auswahlkomitee, dieses Mal nicht wieder vorkommen. Das neue Emblem des japanischen Künstlers Asao Tokolo wurde ausgiebig daraufhin geprüft, ob es Rechte verletzt.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Anders als im vergangenen Jahr, als das erste Logo mit Rauch und Böllern öffentlich vor dem Tokioter Rathaus vorgestellt wurde, gab es dieses Mal nur einen bescheidenen Rahmen. Auch ist das neue Emblem einfacher gehalten. Kleine unterschiedliche Rechtecke in Blau formen sich zu einem Muster und sollen so Einheit in Vielfalt symbolisieren.

          Die Farbe des Logos, Indigo-Blau, wird in Japan traditionell oft verwendet. Das Emblem erinnert an ein schachbrettartiges Kleidermuster, das im 18. Jahrhundert durch den Schauspieler Sanogawa Ichimatsu populär wurde. Das neue Logo wurde in einem öffentlichen Wettbewerb unter fast 15.000 Einsendungen ausgewählt. Das Vorbereitungskomitee wollte damit Kritik vorbeugen, dass hinter der Tür gemauschelt werde.

          Lob für den „japanischen Charakter“ des Logos

          Die Aufregung um das Logo folgte 2015 der mutigen Entscheidung der Regierung, den futuristisch-gigantischen Stadion-Entwurf der mittlerweile verstorbenen britisch-irakischen Architektin Zaha Hadid wegen zu starker Kostensteigerungen aufzugeben. Nun soll der japanische Architekt Kengo Kuma das Stadion bauen, der einen konventionelleren und mit 149 Milliarden Yen (1,2 Milliarden Euro) billigeren Entwurf vorlegte. Das Stadion soll erst im November 2019 fertig werden.

          Nach aufregenden Monaten, in denen die Olympischen Spiele in Japan mehr negative Berichte als Vorfreude hervorriefen, hoffen die Olympioniken mit dem neuen Logo nun auf etwas Gleichmut. Das könnte gelingen: In ersten Reaktionen lobten Menschen auf der Straße den „japanischen Charakter“ des neuen Logos.

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