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ISS : Astronauten sind irgendwie auch Klempner

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Das Europäische Astronautencorps Bild: ESA

Neues Projekt am Ausbildungszentrum für Astronauten in Köln: Drei Jahre lang werden 120 zukünftige ISS-Besatzungsmitglieder in Weltraumtechnik und Klempnerarbeit geschult.

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          120 ausgewählte Astronauten warten gespannt auf ihren ersten Langzeit-Einsatz auf der Internationalen Raumstation ISS, aber vorher müssen sie noch drei Jahre lang die Schulbank drücken. In einem ausführlichen Trainingsprogramm wird die zukünftige Besatzung nicht nur mit den Details der ISS vertraut gemacht sondern muss auch handwerklich fit werden. Schließlich könne man nicht mal eben einen Klempner ins All schicken, heißt es in Bremen.

          Dort werden im Auftrag der Europäischen Weltraumagentur ESA von Experten des Raumfahrtunternehmens Astrium und der Lufthansa-Pilotenschule zurzeit Lehrpläne für das Training entwickelt. Der Schwerpunkt liegt nicht auf Klempnerarbeiten, sondern vor allem auf dem Umgang mit dem europäischen Forschungsmodul Columbus. Außerdem brauchen die Astronauten die nötigen Kenntnisse, um in den fünf Laboratorien der ISS die auftretenden Probleme beheben zu können.

          Kein Platz für Sitzenbleiber

          Für einen der Entwickler, Peter Eichler von Astrium, ist es die größte Herausforderung, aus der „großen Datenfülle einer Raumstation genau die Informationen auszusuchen, die die Astronauten wirklich brauchen“. Alles andere sei nicht mehr machbar, und ein Punkt ist von vorneherein ganz klar: Für Sitzenbleiber gibt es beim Europäischen Astronauten-Ausbildungszentrum EAC in Köln keinen Platz.

          Die Gebäude der ESA in Köln

          Drei Ausbilder werden in dem 4,2 Millionen Euro teuren Projekt vom Lufthansa Flight Training gestellt. Auch für sie ist das dreijährige Trainingsprogramm weitgehend Neuland. Der 37-jährige Christian Gießler zeigt sich von seinem 10-Tage-Crash-Kurs im Juli bei der Nasa in Houston schwer beeindruckt: Die Stofffülle sei kaum zu bewältigen gewesen, erzählt er, und wie ein Großteil der 80 anderen Schüler hat auch er die Tests erst im zweiten Anlauf geschafft. Alles in allem muss er 14 Testblöcke bestehen, bevor er als Weltraum-Trainer anerkannt wird.

          Der offizielle Startschuss für die Schulung der Astronauten fällt nächsten Juni in Köln. Dort werden am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt endlich auch Simulatoren für Weltraumpiloten bereit stehen. Bis dahin, so Astrium-Trainer Peter Eichler, ist noch viel Entwicklungsarbeit gefragt.

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