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Internet : WWW noch kein Massenmedium

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Trendforscher Horx Bild: dpa

Das Internet umspannt die ganze Welt. Doch ein Massenmedium ist es noch nicht.

          Bremse für die Internet-Euphorie. Nach Ansicht des Zukunftsforschers Matthias Horx ist das weltumspannende Datennetz noch längst kein neues Massenmedium - und wird es auf absehbare Zeit auch nicht werden. Der Grund: Die Bedienung und die Informationsvielfalt überfordert die meisten Menschen.

          „Im Gegensatz zum einfachen Telefon oder einem Radio mit drei Knöpfen ist das WWW mehr denn je eine kompliziert zu bedienenden Angelegenheit“, kommentiert Horx die Ergebnisse seiner Studie „Die Zukunft des Internets“. Daher werde zwar die Anzahl der Menschen zwar steigen, die im WWW surfen, die Breitennutzung nehme nicht zu. Akademiker, Selbstständige und überdurchschnittlich Gebildete, die heute bereits zu den Stamm-Usern gehören, werden das Netz der Studie zufolge allerdings immer intensiver nutzen. Horx kommt zu diesen Schlüssen, obwohl sich die User-Gemeinde in den vergangenen Jahren deutlich gewandelt hat. Nach Erkenntnissen der Frankfurter Internet-Forscher von Net Value sind immer mehr 50- bis 64-Jährige immer länger im Netz, ebenso steigt der Anteil der weiblichen Netz-Surfer stetig.

          Online bestellen, ums Eck abholen

          Auch E-Commerce wird nach Ansicht von Horx kein Selbstläufer werden: „Würden die Menschen künftig 50 Prozent aller Waren online bestellen, wären alle Städte rund um die Uhr verstopft.“ Grund seien die zahllosen Anlieferungen. Damit die Zukunft des E-Commerce rosig werde, müssten die Waren besser verteilt werden. Dem Trendforscher vom Zukunftsinstitut im hessischen Kelkheim schwebt eine Lösung nach dem Vorbild japanischer 24-Stunden-Läden vor. Dabei werden die Waren online bestellt und an einem ortsnahen Center abgeholt statt grundsätzlich nach Hause geliefert zu werden. Dies solle nur noch mit ausgesuchten Produkten geschehen.

          „Die Zukunft der Märkte wird nicht auf den Kommandohöhen von IBM, Sun und Microsoft entschieden, sondern in den Wohnzimmern und durch die Emotionen der Menschen“, glaubt Horx. Durchsetzen werde sich, was die Gefühle anspreche und das Leben erleichtere.

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