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Internet : Computerwurm "Sober" warnt vor Computerviren

  • Aktualisiert am

„Sober“ ist recht harmlos, aber äußerst lästig. Der neue Computerwurm löst eine Massenmail aus und verbreitet sich auf diese Weise weiter. Dabei variiert „Sober“ die Sprache und tarnt sich sogar als Warnung vor Computerviren.

          Computer-Experten warnen vor einem neuen Wurm, der sich rasant über das Internet verbreitet. „Sober“ hat in den letzten Tagen vor allem Rechner in Großbritannien und Deutschland infiziert, wie die Softwarefirma Sophos am Mittwochabend bekannt gab. Sober-A (W32/Sober-A) befällt demnach ausschließlich Windows-Rechner.

          Das Programm erscheint auch mit einer deutschen Betreffzeile in den E-Mail-Programmen betroffener Computernutzer. „Der Wurm ist zwar lästig, aber halbwegs harmlos“, sagte der Sprecher des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Michael Dickkopf. Sober löst auf den Computern eine Massenmail aus und verbreitet sich auf diese Weise immer weiter.

          Sober spricht deutsch

          „Wir gehen von einer sehr hohen Verbreitung in Deutschland aus“, schätzte Dickkopf. Besonderes Kennzeichen der Wurms ist, daß er die Sprache der infizierten Mails je nach Länderkennung der Empfänger ändert. Bei deutschsprachigen Domains wie „.de“ oder „.at“ für Österreich und „.ch“ für Schweiz würden Betreffzeile sowie Nachrichtentext auf Deutsch angezeigt, hieß es. Alle anderen Empfänger erhalten englische Mails. Die Autoren des Wurms versuchen laut Sophos die Nutzer mit Betreffzeilen wie „Neuer Virus im Umlauf!“ oder „Sie haben mir einen Wurm geschickt!“ und „Neue Sobig Variante (Lesen!!)“ hinters Licht zu führen. Auch persönliche Anreden wie „Hi Olle, lange niks mehr gehört“, oder „Ich liebe Dich“ und anzügliche Zeilen wie „RE:Sex“ hat der Wurm demnach zur Auswahl.

          Allerdings kann sich der Wurm nur dann verbreiten, wenn unwissende Nutzer die angehängte Datei öffnen. Dann verschickt sich „Sober“ (englisch für nüchtern) an alle E-Mail-Adressen, die er auf dem Computer findet. Laut dem Sophos-Experten Gernot Hacker ist die Technik, mit der sich „Sober“ verbreitet, „ein alter Hut“. Ungewöhnlich sei aber, daß der Wurm beim Versand die Sprache des Empfängers annimmt, um Vertrauen zu schaffen und die Nutzer zu täuschen. Hacker warnt daher vor dem Öffnen von Dateianhängen (Attachments) unbekannter Absender und empfiehlt den Einsatz von aktualisierter Antiviren-Software.

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