https://www.faz.net/-gum-97agk

Sex-Skandal : Oxfam veröffentlicht internen Bericht

  • Aktualisiert am

Winnie Byanyima, Geschäftsführerin von Oxfam International, kündigt per Videobotschaft einen umfassenden Aktionsplan zur Vermeidung sexueller Ausbeutung an. Bild: dpa

Oxfam hat nach dem Sex-Skandal in Haiti einen internen Bericht veröffentlicht. Er beweist: Der ehemalige Landesdirektor der Hilfsorganisation hat sich Prostituierte nach Hause bestellt. Das ist aber noch nicht alles.

          Der im Mittelpunkt des Sex-Skandals bei Oxfam stehende ehemalige Haiti-Chef Roland van Hauwermeiren hat nach Angaben der Hilfsorganisation zugegeben, Prostituierte in seine von Oxfam gemietete Unterkunft bestellt zu haben. Oxfam veröffentlichte am Montag in London einen Bericht aus dem Jahr 2011, wonach der Belgier bereits damals bei einer internen Untersuchung eingestand, Prostituierte für Sex in seiner Wohnung in Haiti bezahlt zu haben, und seinen Rücktritt anbot. Mit der Veröffentlichung will die Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Transparenz schaffen.

          Laut dem Report kam es auch zu sexueller Ausbeutung, Belästigung und Einschüchterung durch Oxfam-Mitarbeiter, die in dem Land nach dem verheerenden Erdbeben von 2010 Nothilfe leisten sollten. Drei Oxfam-Mitarbeiter bedrohten einen Zeugen körperlich, als mutmaßliches sexuelles Fehlverhalten nach dem verheerenden Erdbeben von 2010 untersucht werden sollte.

          Der Belgier van Hauwermeiren war im Tschad und anschließend in Haiti Landesdirektor der Hilfsorganisation Oxfam. Nachdem die Vorwürfe intern bekannt wurden, trat er von seinem Posten zurück.

          Kein Geld mehr von britischer Regierung

          Die international tätige Entwicklungsorganisation mit Sitz in Großbritannien wird seit Tagen von Skandalen erschüttert. Außer Sexorgien mit Prostituierten in Haiti und dem Tschad soll es Fälle von Vergewaltigungen und versuchten Vergewaltigungen im Südsudan gegeben haben. Vergangene Woche trat Oxfam-Vizechefin Penny Lawrence zurück.

          Am Wochenende gab die britische Regierung bekannt, dass vorerst keine neuen Gelder an die Hilfsorganisation Oxfam gezahlt werden. Oxfam werde sich nicht mehr um weitere staatliche Finanzmittel bewerben, bis ihr Ministerium sicher sei, dass die Organisation „die hohen Standards, die wir erwarten, erfüllen kann“, sagte Penny Mordaunt, Großbritanniens Entwicklungsministerin.

          Die Geschäftsführerin von Oxfam International, Winnie Byanyima, erklärte in Berlin, Oxfam bekenne sich unmissverständlich „zur moralischen Verantwortung, die wir besonders nach diesen Vorfällen tragen“. Vertreter der Organisation wollten sich an diesem Montag auch mit der haitianischen Regierung treffen, um sich für die Fehler der Vergangenheit zu entschuldigen und gemeinsam zu erörtern was zur Aufklärung dieser und Verhinderung ähnlicher Vorfälle getan werden könne.

          Weitere Themen

          Stau auf dem Mount Everest Video-Seite öffnen

          Zu viele Bergsteiger : Stau auf dem Mount Everest

          Der Himalaya, eine menschenleere Gegend? Nicht so am Mount Everest. Dort stauen sich die Bergsteiger, viele müssen stundenlang kurz vor dem Gipfel ausharren, um ein Foto auf dem höchsten Berg der Welt machen zu können. Für manche endet das tödlich.

          Erste Paare sagen ja Video-Seite öffnen

          Taiwan erlaubt Homo-Ehe : Erste Paare sagen ja

          Es ist das erste Land in Asien, dass die gleichgeschlechtliche Ehe erlaubt: Das taiwanesische Parlament hatte vergangene Woche einen Gesetzentwurf verabschiedet und zeigt damit: Liebe gewinnt.

          Topmeldungen

          Der russische Präsident Wladimir Putin und Viktor Orban, Ministerpräsident von Ungarn, geben sich während einer gemeinsamen Pressekonferenz in Moskau die Hand.

          Nach Ibiza-Video : Orbán und Putin wenden sich von Strache ab

          In seinem Ibiza-Video hat Heinz-Christian Strache den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán als sein Vorbild bezeichnet. Doch der hat sich nun von Österreichs ehemaligem Vizekanzler distanziert. Auch Putin wendet sich von Strache ab.
          Klimastreik in Turin.

          Klimanotstand : Höllisch, wie das jetzt knallt

          Klimawandel war gestern, heute ist Notstand. Den haben wir zwar nicht den Jungen zu verdanken, aber die schlachten ihn jetzt schwungvoll aus und drängen die Politik in die Ecke. Eine Glosse.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.