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Internationales Zirkusfestival : Merrylou erfüllt sich einen Traum

Merrylou Casselly in Monaco Bild: AP

Pferde, Exoten, Artistik - die deutsche Zirkusfamilie Casselly brillierte beim Festival in Monaco unter den Augen der fürstlichen Familie. Vor allem die sechzehnjährige Tochter Merrylou gefiel. Für den ersten Platz hat es nicht gereicht.

          Mit 16 hat man noch Träume. Träume vom Traummann, von der Traumvilla, vom Traumberuf. In Monaco hat sich für Merrylou ein Traum erfüllt, den viele alte Artisten ein Leben lang vergebens geträumt haben. Die Sechzehnjährige tritt beim Internationalen Zirkusfestival von Monte Carlo auf, also bei jenem Wettbewerb, an dem nur die Besten der Besten teilnehmen. Sie darf vor Fürst Albert II. von Monaco, vor Prinzessin Stephanie und dem Zirkus-Hochadel aus allen Kontinenten ihr Können zeigen.

          Hans Riebsamen

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Merrylou ist hier, weil sie eine Casselly ist: Tochter der Elefanten-Dompteure René und Alexia Casselly. Casselly - das ist personifizierte deutsche Zirkusgeschichte, seit Generationen ziehen die Mitglieder dieser Familie im Zirkuswagen durch Deutschland, seit sieben Generationen, genau gesagt, rechnet man Merrylou dazu. Ihr Großvater reiste mit seinem eigenen Zirkus, einem reinen Familienzirkus, Merrylous Vater René, seine zwei Brüder und seine sieben Schwestern haben damals fast das ganze Programm bestritten. Jedes Familienmitglied wirkte bei drei oder vier Nummern mit. Auftreten durfte man aber nur, wenn man seine Sache perfekt beherrschte. „Mein Vater war da sehr streng“, erinnert sich René Casselly. Alle seine Schwestern haben „Zirkusjungs“ geheiratet, seine beiden Brüder sind ebenfalls beim Zirkus geblieben. In den Zirkus wird man eben meistens hineingeboren.

          „Ein Casselly kauft keine dressierten Tiere“

          Auf einem geflügelten weißen Pferd zieht Merrylou in die Manege ein, ergreift zwei Tücher und windet sich an ihnen in den Zelthimmel hoch. Eine schöne Nummer, doch nicht die wahre Casselly-Nummer. Diese beginnt mit dem Einmarsch eines Elefanten. Hinter dem afrikanischen Riesen tänzelt ein weißes Pferd, ihm folgen weitere Elefanten, weitere Portugieser. Die Cassellys begnügen sich nicht mit der gemeinsamen Vorführung von Elefanten und Pferden, sie verbinden die Dressur auch noch mit Artistik. Mutter Alexia balanciert auf einem der Elefanten, Tochter Merrylou galoppiert elegant auf einem Portugieser durch den Ring. Halsbrecherisch wechseln sie immer wieder ihre Reittiere.

          Mutter und Tochter Casselly in der Manege

          Gewiss sieht man beim Monte-Carlo-Festival tollkühnere Reiter und spektakulärere Springer als die beiden Casselly-Frauen. Die Jockeys der ungarischen Traditions-Truppe Florian Richter wagen ein ums andere Mal einen Salto rückwärts von einem trabenden Pferd aufs andere oder springen mitten im Galopp auf. Li Wei aus Kanton steht mit einer Hand auf dem Schlappseil, die Akrobaten der Schleuderbrett-Truppe Catana aus Rumänien lassen sich acht Meter hoch auf die Spitze eines aus vier Mann gebildeten Turmes katapultieren. Doch nur die Cassellys verbinden gleich drei Grundelemente des klassischen Zirkus miteinander: Pferde, Exoten und Artistik. Das macht ihnen niemand nach.

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