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Internationale Raumstation : Schulstunde aus dem Weltall

  • Aktualisiert am

Lehrerin im All: Barbara Morgan Bild: dpa

Nach 20 Jahren Wartezeit hat sich für Barbara Morgan ein Traum erfüllt. Die Astronautin hielt an Bord der Internationalen Raumstation eine Unterrichtsstunde ab. Sie beantwortete 25 Minuten lang die Fragen von Schülern aus ihrem Heimatstaat Idaho.

          2 Min.

          Die frühere Lehrerin Barbara Morgan hat einen jahrzehntealten Traum in die Tat umgesetzt: Die 55 Jahre alte Astronautin gab Schülern aus ihrem amerikanischen Heimatstaat Idaho von der Internationalen Raumstation (ISS) aus eine Unterrichtsstunde. Assistiert von drei Kollegen unterrichtete sie in der Nacht zum Mittwoch im Rahmen der Projekts „Teacher in Space“ Schüler im Discovery Center in Boise, Idaho. 25 Minuten lang beantwortete das Quartett aus der ISS Fragen der Mädchen und Jungen nach dem Leben in der Schwerelosigkeit.

          Die erste Schulstunde im All war schon 1986 angesetzt gewesen. Die amerikanische Raumfähre „Challenger“ mit der Lehrerin Christa McAuliffe und sechs weiteren Astronauten an Bord verunglückte damals. Vor der über eine Videoleitung zur Erde übertragenen Schulstunde erinnerte Morgan an McAuliffe. Sie habe an jedem Tag an sie und die anderen Mitglieder der damaligen Shuttle-Besatzung gedacht, sagte Morgan. „Ich hoffe, dass sie wissen, dass sie jetzt in unseren Herzen mit dabei sind.“ Morgan, die seit 1998 Astronautin ist, hatte bei der Katastrophe als Ersatzfrau bereitgestanden. Nun ist sie mit der „Endeavour“-Mission im All.

          „Astronauten und Lehrer haben dasselbe zu tun“

          In der vom Fernsehen der amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa übertragenen Sonderstunde machten Morgan und drei ihrer Astronauten-Kollegen praktische Demonstrationen, für die sie unter anderem einen Baseball und vier Tischtennisbälle zur Hilfe nahmen. Morgan fing mit dem Mund eine Kugel mit roter Flüssigkeit ein, die zuvor aus einer Trinkflasche gepresst worden war und durch die ISS schwebte. Auf die Frage, wie sie sich auf der Umlaufbahn fit halte, „stemmte“ sie lachend zwei Astronauten in die Höhe. Sie tat so, als ob dieses Fitness-Training ziemlich anstrenged wäre, was aber natürlich nur scherzhaft gemeint war.

          Barbara Morgan beantwortet Fragen wie „Wie trinkt man in der Schwerelosigkeit?”

          Als ein Kind nach Unterschieden zwischen Lehrern und Astronauten fragte, sagte sie: „Beide machen eigentlich dasselbe - wir erforschen, wir entdecken und teilen das, was wir gelernt haben.“ Beides seien „absolut wunderbare Berufe“.

          Schäden am Hitzeschild der „Endeavour“

          Die Nasa entschied unterdessen, dass Reperaturen der Schäden am Hitzeschild der „Endeavour“ wohl nicht nötig seien. „Soweit ich es verstanden habe, stellt das für uns kein echtes Sicherheitsproblem dar“, sagte Kommandant Scott Kelly. An Bord gebe es deswegen keine große Sorge. An einer fünf mal neun Zentimeter großen Stelle des Hitzeschilds ist das Material so sehr beschädigt, dass nur noch ein dünner Filzstoff über der Bordwand aus Aluminium liegt. Die Kacheln des Hitzeschilds schützen die Raumfähre vor den hohen Temperaturen beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre. Die Rückkehr ist für den 22. August geplant.

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