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Internationale Raumstation : Der erste Europäer auf der ISS

  • Aktualisiert am

Erster Esa-Astronaut auf der ISS: Umberto Guidoni Bild: Nasa

Der erste Astronaut der Europäischen Raumfahrtagentur Esa auf der Internationalen Raumstation war ein Italiener: Umberto Guidoni

          2 Min.

          Für Europas Raumfahrer geht das Abenteuer Internationale Raumstation jetzt so richtig los. Mit Umberto Guidoni wird heute der erste Esa-Astronaut zu seinem Einsatz auf der ISS aufbrechen. Gegen 20:41 mitteleuropäischer Sommerzeit soll das Shuttle Endeavour vom Kennedy Space Center in Florida abheben. Mit an Bord wird dann auch das in Guidonis Heimatland Italien gefertigte Logistik-Modul „Raffaello“ sein.

          Für Umberto Guidoni wird es der zweite Flug in den Weltraum sein. Bereits 1996 nahm er an einer 16-tägigen Mission an Bord der Raumfähre Columbia teil. Jetzt wird sein Aufenthalt im All elf Tage dauern. Während der Mission soll die elfköpfige Crew den in Kanada gebauten, 17,6 Meter langen Roboterarm „Canadarm“ sowie eine Sendeantenne montieren - mindestens zwei Außenbordeinsätze werden dazu nötig sein. „Wir werden ein Art Zimmerer im All sein“, kommentierte Guidoni die Mission.

          Hightech-Lastencontainer

          Guidoni wird dabei zunächst unterstützende Arbeit leisten. Danach folgt die Hauptaufgabe des Italieners. Erstmals wird das in Italien gefertigte Logistik-Modul zum Einsatz kommen. „Raffaello“ ist eine Art hoch technisierte Lastencontainer, der an Bord des Shuttles zur Station gebracht wird, dort andockt, unter Aufsicht eines Spezialisten be- und entladen werden kann, und dann mit dem Shuttle zurück zur Erde fliegen wird. Im Rahmen der aktuellen Mission wird Laborausrüstung zur Station transportiert.

          Raffaello: Europäisches Modul für die ISS

          Separate Lebenserhaltung

          Der besondere Wert von „Raffaello“ liegt darin, dass es nicht nur ein Lastenmodul, sondern zudem eine zeitweise Erweiterung der Station darstellt. Sämtliche lebenserhaltenen Funktion sind vorhanden: Sauerstoffversorgung, Temperaturkontrolle, Drucküberwachung, Feuerschutz und Überwachung von möglichen Schadstoff-Kontanimationen. Insgesamt schafft „Raffaello“ damit komfortable Arbeitsbedingungen für die Astroanuten. Das Lastenmodul ist außerdem eine wichtige Voraussetzung für den Betrieb des Esa-Wissenschaftslabors „Columbus“, das 2004 zum Bestandteil der ISS werden soll.

          Doktor der Astrophysik

          Der 46 Jahre alte Guidoni gehört seit 1989 der italienischen Astronauten-Gruppe an und einer von drei Italienern im in Köln stationierten 16-köpfigen Astronauten-Chors. Der gebürtige Römer ist verheiratet und Vater eines Kindes. Seine Lieblingssportarten Schwimmen und Volleyball wird er an Bord der ISS natürlich nicht ausüben können. Die spärliche Freizeit an Bord kann er sich aber mit vom ihm sehr geschätzten klassischen Musik vertreiben - eine CD mit der Musik von Guiseppe Verdi hat er dabei. Auch wenn die ISS ein internationales Projekt ist, lässt der Doktor der Astrophysik keinen Zweifel daran, dass er Italiener ist: Guidoni nimmt eine italienische Flagge und ein Stück Parmesan mit ins All.

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