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Internationale Raumstation : Columbus nun „offiziell“ Teil der ISS

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Der letzte Meter: Columbus hat die ISS endlich erreicht Bild: AP

Eigentlich sollten Wissenschaftler schon seit drei Jahren in der Schwerelosigkeit forschen, nun endlich kann man damit beginnen. Das europäische Modul Columbus ist an die ISS montiert worden. Verzögert hatte das Projekt die Shuttle-Katastrophe von 2003.

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          Es ist soweit: Nach jahrelangen Verzögerungen ist die europäische Raumfahrt mit einem eigenen Modul auf der Internationalen Raumstation ISS vertreten. Das Columbus-Forschungslabor wurde von den amerikanischen Astronauten Rex Walheim und Stanley Love in einem mehrstündigen Außenbordeinsatz montiert. Dies teilte die amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa in Houston mit.

          Der deutsche Astronaut Hans Schlegel, der eigentlich für die Arbeiten außerhalb der ISS vorgesehen war, übernahm mit seinem Kollegen Alan Poindexter die Beaufsichtigung der Montage vom Inneren der Station aus. Der Außeneinsatz hatte ursprünglich schon am Sonntag stattfinden sollen, war jedoch wegen eines Unwohlseins Schlegels verschoben und die Aufgaben schließlich an Love übertragen worden.

          Sieben Stunden Schwerarbeit für die Astronauten Walheim und Love

          „Das europäische Columbus-Modul ist offiziell Teil der Internationalen Raumstation“, verkündete der französische Astronaut Léopold Eyharts nach der erfolgreichen Montage im All. Columbus ist Europas erstes Labor für Langzeitforschung unter Weltraumbedingungen und der bedeutendste Beitrag der europäischen Raumfahrt zur ISS. Gesteuert wird es aus dem deutschen Kontrollzentrum in Oberpfaffenhofen bei München. Bisher hatten nur die Vereinigten Staaten und Russland ein eigenes Labor in der ISS. Im März soll das japanische Weltraum-Labor Kibo folgen.

          Der von Schlegel und Poindexter überwachte Außeneinsatz dauerte rund sieben Stunden. Dabei richteten Walheim und Love das Columbus-Labor so aus, dass ein aus dem Inneren der ISS gesteuerter Roboterarm es in die richtige Position bringen konnte. Noch im Laufe des Dienstags soll ein Astronaut das Innere des Columbus-Labors betreten und die Ausrüstung testen. Weitere Außeneinsätze waren für Mittwoch und Freitag geplant.

          Das 12,7 Tonnen schwere und acht Meter lange Columbus-Modul ist einer der Bausteine für künftige Raumfahrtmissionen zum Mars und darüber hinaus. Das Labor bietet drei Forschern Platz für Versuche zur Biotechnik, Medizin, Material- und Flüssigkeitenforschungen. Die Kosten des Labors in Höhe von rund 1,3 Milliarden Euro wurden im wesentlichen von Deutschland, Frankreich und Italien getragen.

          Keine Angaben zu Schlegels Krankheit

          Die Nasa machte am Montag keine Angaben zu Schlegels Befinden. Der Sprecher der Europäischen Raumfahrtbehörde Esa, Markus Bauer, hatte am Sonntag erklärt, der 56 Jahre alte Astronaut habe sich anscheinend erholt und werde voraussichtlich am zweiten Außenbordeinsatz teilnehmen.

          Das Space Shuttle Atlantis war am Donnerstagabend (MEZ) in Cape Canaveral mit Columbus an Bord gestartet. Laut Nasa-Missionschef Shannon ist ihre Rückkehr frühestens für den 19. Februar vorgesehen - möglicherweise wird die Mission auch noch einmal um einen Tag verlängert.

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