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Internationale Antarktiskonferenz : Deutschland baut für 26 Millionen Euro neue Polarstation

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Bild: dpa

Die internationale Spitzenstellung in der Polarforschung ist Deutschland einiges wert. Der Bund ist entschlossen, bis zum Jahresende eine neue Station am Südpol zu bauen. Die Vorgängerin versinkt langsam in Schnee und Eis.

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          Deutschland will eine neue Forschungsstation in der Antarktis errichten und damit seine internationale Spitzenstellung in der Polarforschung weiter ausbauen. Der Bund werde die 26 Millionen teuere Station Neumayer III finanzieren, kündigte Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) am Montag bei der Eröffnung der 28. Internationalen Antarktiskonferenz in Bremen an.

          In dem 3.300 Quadratmeter großen Gebäude sollen deutsche Forscher gemeinsam mit internationalen Kollegen geowissenschaftliche, meteorologische und biologische Daten sammeln. Die derzeitige Neumayer-Station drohe durch die Eismassen erdrückt zu werden und im ständig anwachsenden Schnee zu versinken, erläuterte Prof. Jörn Thiede, der Direktor des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven.

          Die Station Neumayer II werde aber noch bis 2007 nutzbar sein. „Dann ist wahrscheinlich Schluß“, sagte Thiede. Die neue Station Neumayer III sei dann vielleicht noch nicht fertig, aber zumindest schon im Bau. Sie werde nicht mehr im, sondern auf dem Eis stehen. Geplant sei eine Hubeinrichtung, mit der die gesamte Station in gewissen Zeitabständen weiter angehoben werden könne. Errichtet werden solle die „Neumayer III“ einige Kilometer südlich der jetzigen Station. Das AWI unterhält seit 1981 die „Georg-von-Neumayer-Station“ in der Antarktis. Die erste Station wurde 1991/92 durch einen Neubau ersetzt.

          Weltgrößte Polarkonferenz

          „Polarforschung ist unentbehrlich für das Verständnis des Systems Erde“, sagte Bulmahn. „Ohne Grundlagenwissen über die komplexen Wechselwirkungen zwischen Ozean, Eis und Atmosphäre können keine wirksamen Strategien für den Klima- und Umweltschutz entwickelt werden.“ Der Bund gibt laut Bulmahn jährlich mehr als 50 Millionen Euro für die Antarktisforschung aus.

          Bis zum kommenden Samstag wollen in Bremen auf der weltgrößten Polarkonferenz rund 850 Fachleute aus 39 Ländern über den aktuellen Stand und die Perspektiven der Forschung diskutieren. „Es ist wichtig, daß alle nationalen Programme zu einem großen Plan zusammengebracht werden“, sagte Thiede, der die Konferenz mitorganisiert hat. Sie findet erstmals in Deutschland statt.

          Pole reagieren am schnellsten auf Umweltveränderungen

          Viele Wissenschaftler betonten zum Auftakt der Konferenz die große Bedeutung der Antarktis für das weltweite Klima. Im Eis der Antarktis seien gut 90 Prozent des Süßwassers der gesamten Erde gelagert, sagte John Turner aus Cambridge (Großbritannien). Es handele sich um eine sehr sensible Region. Schon eine leichte Erhöhung der Temperatur habe dramatische Auswirkungen auf das Eis. AWI-Direktor Thiede meinte, die Arktis und die Antarktis reagierten schneller als alle anderen Regionen der Welt auf die globalen Umweltveränderungen. Deshalb sei die Forschung dort so wichtig.

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