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Innenminister und Polizei euphorisch : 29 Festnahmen nach Mafia-Morden

  • Aktualisiert am

Mitglieder des Mafia-Clans der Casalesi auf einem Fahndungsplakat vom Juni Bild: AFP

Der italienischen Polizei ist offensichtlich ein Coup gegen die Mafia gelungen. Zwölf Tage nach den Morden an sechs Afrikanern und einem Italiener bei Neapel wurden 29 mutmaßliche Mitglieder des Mafia-Clans der Casalesi festgenommen und Immobilien im Wert von 100 Millionen Euro beschlagnahmt.

          Zwölf Tage nach den Mafia-Morden an sechs Afrikanern und einem Italiener bei Neapel hat die italienische Polizei dutzende Verdächtige festgenommen. Insgesamt wurden nach Polizeiangaben am Dienstag bei Razzien in Süditalien 29 mutmaßliche Mitglieder des Mafia-Clans der Casalesi festgenommen, unter ihnen auch drei Verdächtige für die jüngsten Morde. Die drei seien zudem in mehreren weiteren Mordfällen verdächtig.

          Italiens Innenminister Roberto Maroni feierte den Schlag als „erste große Antwort des Staates auf den von der Camorra erklärten Krieg“. Der Tag werde „in die Geschichte eingehen“. Der Kampf gegen die neapolitanische Mafia-Organisation werde weitergehen „bis zum Sieg“.

          Auch Ehefrau des Clan-Chefs in Haft

          Zu den Festgenommenen zähle auch die Ehefrau des zu lebenslanger Haft verurteilten Clan-Chefs Francesco „Sandokan“ Schiavone, sagte ein Polizeisprecher. Zudem wurde ein Anwalt unter dem Verdacht der Erpressung verhaftet. Die Ermittler beschlagnahmten Unternehmen und rund einhundert Autos aus dem Besitz der mutmaßlichen Mafia-Mitglieder im Wert von 100 Millionen Euro.

          Bei einer Schießerei bei Caserta am 18. September starben fünf Nigerianer

          Innenminister Maroni sagte im Morgenfernsehen, der in Caserta, Rom und der Toskana beschlagnahmte Mafia-Besitz gehöre nicht den Kriminellen, „sondern den Bürgern“. Die Beschlagnahmungen seien ein Signal, „dass sich das Verbrechen nicht lohnt“.

          500 Soldaten im Einsatz

          Bei einer Mafia-Schießerei waren am 18. September in Castel Volturno nördlich von Neapel ein Italiener und sechs Afrikaner von einem Kommando des Casalesi-Clans getötet worden. Als Hintergrund wird ein Kampf um die Vormachtstellung im Drogenhandel vermutet. Bis Dienstag war nur ein Verdächtiger festgenommen worden. Nach den Morden hatte die italienische Regierung die Entsendung von 500 Soldaten für drei Monate in die Region beschlossen. Maroni hatte von einer „Kriegserklärung der Camorra gegen den Staat“ gesprochen.

          Der Casalesi-Clan gehört zu den mächtigsten Mafia-Banden Italiens und hat sein Imperium in den vergangenen Jahrzehnten auch über die Grenzen des Landes hinweg ausgebaut. Dabei wurden dutzende Menschen getötet. Die jüngsten Schießereien gehörten jedoch zu den blutigsten Mafia-Morden seit Jahren.

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