https://www.faz.net/-gum-7n3m3

Indonesien : Fatwa zum Schutz von Wildtieren erlassen

Vom Aussterben bedroht: Sumatra-Tiger Bild: dapd

Orang-Utan, Nashorn, Sumatra-Tiger: In Indonesien leben zahlreiche vom Aussterben bedrohte Tierarten. Nun haben islamische Rechtsgelehrte die Jagd auf diese zur Sünde erklärt.

          Islamische Rechtsgelehrte in Indonesien haben Muslimen die Jagd auf geschützte Wildtiere untersagt. In einer Fatwa, einer religiösen Richtlinie, erklärte die größte islamische Organisation des Landes auch den Handel mit bedrohten Tierarten zur Sünde.

          Till Fähnders

          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Laut dem Rat der Muslimgelehrten hat Allah sämtliche lebenden Organismen inklusive bedrohter Arten wie Tiger, Nashörner, Elefanten und Orang-Utans mit dem Ziel „eines ausgewogenen Ökosystems“ geschaffen. Sie seien dem Menschen zwar untergeordnet. Er sei aber gerade deshalb verpflichtet, keinen Schaden anzurichten, heißt es in dem nun bekanntgewordenen Text, der offenbar schon im Januar erlassen worden war und der als einer der ersten seiner Art gesehen wird. Ausnahmen seien nur dann gestattet, sofern sie den religiösen Gesetzen der Scharia folgten.

          Die Umweltorganisation WWF äußerte die Hoffnung, dass die Prediger des überwiegend muslimischen Landes die Fatwa beim Freitagsgebet bekanntmachen würden. Sie soll den Angaben nach die bestehende nationale Gesetzgebung ergänzen. In Indonesien sind unter anderem Orang-Utans, der Sumatra-Tiger und das Java-Nashorn vom Aussterben bedroht.

          Weitere Themen

          Mann entführt 51 Kinder und zündet Bus an

          Nahe Mailand : Mann entführt 51 Kinder und zündet Bus an

          Ein Mann hat in der Nähe von Mailand einen Schulbus entführt, 51 Kinder haben Todesangst. Nachdem die Polizei sie fast alle befreit, zündet der Täter den Wagen an. War Ärger über Italiens Migrationspolitik sein Motiv?

          See in Chile binnen weniger Jahre ausgetrocknet Video-Seite öffnen

          Klimawandel : See in Chile binnen weniger Jahre ausgetrocknet

          Früher war der Aculeo-See vor den Toren von Santiago de Chile ein beliebtes Naherholungsgebiet für die Hauptstädter. Doch binnen weniger Jahre ist das zwölf Quadratkilometer große Gewässer ausgetrocknet - als hätte man ihm den Stöpsel gezogen.

          Neuseeland trauert mit „Haka“ Video-Seite öffnen

          „Ich lebe! Ich sterbe!“ : Neuseeland trauert mit „Haka“

          Mit einem traditionellen "Haka" wird in Auckland der Opfer des Anschlags auf zwei Moscheen gedacht. An vielen Orten im Land bezeugen die Menschen mit dem traditionellen Kriegstanz der Maori ihre Solidarität.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.