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Ig-Nobelpreis : Jesus auf dem Toast, Schinken in der Nase

  • -Aktualisiert am

Wirkt sich der Besitz von Katzen auf die Gesundheit aus? Bild: dpa

Wie reagieren Rentiere auf Menschen, die sich als Eisbären verkleiden? Machen Katzen doof? Und was geht in Menschen vor, die auf einem Brot das Gesicht Jesu erkennen? Diesen und weiteren skurrilen Fragen sind die Preisträger des Ig-Nobelpreises nachgegangen.

          Gut, dass es den „Ig Nobel Prize“ gibt. Sonst könnte man doch tatsächlich hin und wieder auf den Gedanken kommen, die Wissenschaft habe sich von der Realität verabschiedet. Doch der Ig-Nobelpreis (von ignoble, unwürdig) zeigt, wie nah Wissenschaft am echten Leben sein kann. Er wird jedes Jahr an Wissenschaftler vergeben, deren Arbeit erst zum Lachen und dann zum Nachdenken anregt. Freundlicherweise liefert das Komitee des „Anti-Nobelpreises“ eine Zusammenfassung der prämierten Forschungsprojekte mit – die Fachartikel sind nämlich nicht so leicht zu verstehen. Hier nun die preisgekrönten Forschungsprojekte von 2014, natürlich vollkommen präzise zusammengefasst:

          • Physik: Eine zumindest in Zeichentrickfilmen omnipräsente Gefahr: herumliegende Bananenschalen, auf denen Menschen ausrutschen. Japanische Wissenschaftler untersuchten die Reibung zwischen Schuh, Banane und Fußboden.
          • Hirnforschung: Was geht in den Gehirnen von Menschen vor, die glauben, in einem Toast das Gesicht von Jesus zu erkennen? Berechtigte Frage. Auch interessant: Warum zahlen Menschen Geld für einen Jungfrau-Maria-Toast?
          • Psychologie: Die ausgezeichneten Forscher sammelten Beweise für eine These, an die passionierte Frühaufsteher insgeheim schon lange glauben. Menschen, die bis spät in die Nacht wach bleiben, sind im Durchschnitt selbstverliebter, manipulativer und psychopathischer als Frühaufsteher.
          • Gesundheitswesen: Im Zeitalter des Internets werden Katzen immer populärer. Gut also, dass sich die Preisträger der Frage widmeten, ob es sich auf die geistige Gesundheit auswirkt, wenn man eine Katze hält. Angesichts des ganzen Katzen-Contents im Internet könnte man es fast vermuten.
          • Biologie: Auch den Hunde-Besitzern kommt die Forschung der Preisträger zugute. Sie wissen nun, dank der Arbeit eines Forschungsteams mit deutscher Beteiligung, dass sich ihre Hunde beim Gassigehen an der Nord-Süd-Achse des Magnetfeldes ausrichten, wenn sie urinieren.
          • Kunst: Wer Kunst besitzt, sollte sich für den Fall, dass er mit einem Laserstrahl malträtiert wird, lieber Gemälde anschauen, die er für schön hält. Dann tut der Laserstrahl nämlich weniger weh als beim Betrachten hässlicher Kunst.
          • Medizin: Noch ein Tipp aus dem wirklichen Leben: Nasenbluten lässt sich mit Streifen geräucherten Schinkens behandeln. Einfach die Nase damit verstopfen.
          • Arktis-Forschung: Wie reagieren Rentiere, wenn sie Menschen sehen, die sich als Eisbären verkleiden? Diese Frage ist nun endlich beantwortet. Nachzulesen in der Zeitschrift „Arctic, Antarctic and Alpine Research“.
          • Ernährung: Der Preis in dieser Kategorie ging an fünf Spanier, die den Kot von Kleinkindern nach Bakterien untersuchten, um diese dann zur Fermentierung von Würstchen zu nutzen. Oder so ähnlich. So genau will man das ja eigentlich auch gar nicht wissen.
          • Wirtschaft: Hier gebührt laut Auffassung der Jury der Preis dem italienischen Istituto Nazionale di Statistica. Weil es auch die Einkünfte aus Schmuggel, Rauschgifthandel und anderen illegalen Transaktionen zur Wirtschaftskraft Italiens hinzurechne – und so den Forderungen der EU nach Wirtschaftswachstum nachkomme.

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