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Hitzewelle : In Deutschland steigt die Waldbrandgefahr

  • Aktualisiert am

Das Naherholungsgebiet Haard wird überwacht Bild: AP

Die anhaltende Hitze läßt auch in Deutschland die Gefahr von Waldbränden steigen. Das Hoch „Michaela“ soll sich erst zum Wochenende hin abschwächen.

          Hitze und Trockenheit lassen auch in Deutschland die Gefahr von Waldbränden steigen. Der Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, Alexander Müller, appellierte am Dienstag in Berlin, man solle die Vorschriften zur Verhütung von Bränden besonders sorgfältig beachten: "Eine leichtfertig weggeworfene Zigarettenkippe, eine vergessenede Glasflasche, die wie ein Brennglas wirkt, oder ein nicht sachgemäß gelöschtes Grillfeuer können bei diesen Temperaturen und der langen Trockenheit schnell verherrende Auswirkungen haben."

          Auch Autofahrer sollten aufpassen. "Die sehr heißen Katalysatoren von Autos können auf trockenem Waldboden oder trockenen Wiesen einen Brand verursachen." Müller wies darauf hin, daß es bis zum 31. Oktober verboten ist, im Wald und auf Moor- und Heideflächen zu rauchen oder offenes Feuer zu entzünden. Vor allem in reinen Nadelholzwäldern und in Wäldern auf Sandböden sei die Waldbrandgefahr groß. Im ersten Halbjahr 2003 sind nach Angaben des Staatssekretärs bereits mehr als 500 Brände gemeldet worden, davon allein 300 in Brandenburg. 2002 gab es wegen des überdurchschnittlich feuchten Sommers nur 513 Waldbrände. Dabei wurden 122 Hektar Wald vernichtet. In diesem Sommer ist bis jetzt schon das Dreifache an Fläche vernichtet worden.

          Hitzehoch hält an

          Ein paar Tage müssen die Deutschen noch durchhalten. Zum Wochenende könnte Hoch "Michaela" nämlich langsam die Kraft ausgehen. Sicher ist das allerdings nicht, und die Meteorologen wollen sich nicht festlegen. Theoretisch könne es noch wochenlang so weitergehen, meint etwa Marilott Grosch vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach. Verantwortlich für die Hitze sei eine besondere Wetterkonstellation. Dreh- und Angelpunkt der Wetterlage "Omega" ist ein starkes Hochdruckgebiet, das alle anderen Einflüsse abblockt.

          Derzeit liegt "Michaela" fast unüberwindlich über der südlichen Nordsee und reicht vom Boden bis in mehrere Kilometer Höhe. Das sorgt dafür, daß alle Tiefdruckgebiete, die sich von Westen nähern, im Uhrzeigersinn um das Hoch herum nach Nordwesten abgelenkt werden, ihre Bahn beschreibt dabei ein "Omega". Ungehindert strömt trockene, heiße Luft aus Osten nach Deutschland. Wegen fehlender Feuchtigkeit bilden sich kaum Wolken, und so kann die Sonne die Erdoberfläche immer weiter aufheizen, zur Zeit täglich gut vierzehn Stunden lang. Weil die Oberfläche bereits stark erwärmt ist, gibt es nachts kaum Abkühlung, die Erde wirkt wie eine Fußbodenheizung. Ein Ende der Hitzeperiode ist erst in Sicht, wenn der Druck im Hochdruckgebiet fällt und der Widerstand gegen die Tiefdruckgebiete schwächer wird. Aber das kann noch dauern.

          Hitzerekord bei 40,2 Grad

          Der seit 1983 bestehende Hitzerekord von 40,2 Grad - gemessen in Gärmersdorf bei Amberg - war auch am Dienstag nicht gefährdet. Mannheim war wieder Spitzenreiter mit 37,2 Grad (gemessen um 16 Uhr). In Freiburg stieg das Quecksilber auf 36,9, in Stuttgart auf 36,7, in Karlsruhe auf 36,4 Grad. In Regensburg wurden 36,2 Grad gemessen - aber auch das war von einem Rekord noch entfernt.

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