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Attentäter von London : Imame verweigern Beerdigungszeremonie

  • Aktualisiert am

Muslimisches Gedenken an die Opfer des Anschlages in London Bild: AFP

Mehr als 130 Imame haben dazu aufgerufen, den mutmaßlichen Londoner Attentätern die traditionelle Beerdigungszeremonie zu verweigern. Die Taten solcher Menschen seien nicht „mit den edlen Lehren des Islams zu vereinen“.

          In einem beispiellosen Schritt wollen mehr als 130 Imame in Großbritannien den mutmaßlichen Attentätern das muslimische Totengebet verweigern. „Solche unvertretbaren Handlungen sind nicht mit den edlen Lehren des Islam zu vereinen“, hieß es in einer Stellungnahme am Montag. In diesem Kontext riefen sie auch andere religiöse Oberhäupter dazu auf, den Attentätern die traditionelle Beerdigungszeremonie zu verwehren.

          Der Generalsekretär des Dachverbands der Moscheegemeinden mit über 500 Organisationen,  Wohlfahrtsgemeinschaften und Schulen, Harun Khan, schließt sich der britischen Premierministerin Theresa May an und sagt: „Genug ist genug, wir müssen etwas dagegen tun.“ Der Weg in den Extremismus führe oft an den Moscheen vorbei und bewege sich am Rand der Gesellschaft. 

          „Das ist eine Perversion des Islams“

          „Diese Ideologie benutzt den Islam, um ihre Gräueltaten zu rechtfertigen“, führt Kahn weiter bei der britischen Zeitung „The Guardian“ aus. Der Moscheevorsitzende Muhammad Habibur spricht sogar von einer „Perversion des Islams“.

          Unter dem gemeinsamen Leitsatz „one London, one community“ haben sowohl Muslime als auch Christen und Juden die Attacke an der London Bridge verurteilt. Die Vertreter der einzelnen Religionen riefen zur Einigkeit auf.

          Die Extremisten-Miliz „Islamischer Staat“ (IS) reklamierte am Sonntagabend das Attentat in der Londoner Innenstadt für sich, bei dem sieben Menschen starben und rund 50 verletzt wurden. Bei dem Anschlag rasten drei Angreifer am Samstagabend auf der London Bridge mit einem Transporter in eine Menschenmenge und stachen dann im Ausgehviertel Borough Market wahllos mit Messern auf Menschen ein. Zeugen zufolge riefen sie: „Das ist für Allah.“

          Von den Verletzten befanden sich nach Polizeiangaben am Montagabend noch 18 in einem kritischen Zustand. Unter den Verletzten sind nach Angaben der Bundesregierung auch zwei Deutsche. Einer davon gehöre zu den Schwerverletzten.

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