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Der „Maskenmann“ vor Gericht : „Ich bring dich um. Und deine Eltern auch!“

Verbirgt sein Gesicht: der Angekalgte Martin N. am Montag vor Gericht

Verbirgt sein Gesicht: der Angekalgte Martin N. am Montag vor Gericht Bild: REUTERS

Laut Anklage soll er drei Jungen getötet und zahlreiche missbraucht haben. Vor dem Landgericht Stade muss sich seit Montag der sogenannte Maskenmann, Martin N., wegen Mordes verantworten.

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          Die Augen des Schöffen kleben an Martin N., während die Anklage verlesen wird. Je perfider die Anklagepunkte, und es gibt viele davon, umso weiter reißt der Schöffe seine Augen auf. So müht er sich offenbar, das ungeheuerliche Gehörte mit dem Gesehenen, dem Mann auf der Anklagebank, in Einklang zu bringen.

          Karin Truscheit
          Redakteurin im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          „Es wird kein Monster sein.“ Diesen Satz hatte der ehemalige Leiter der Soko „Dennis“, Uwe Jordan, schon vor zehn Jahren gesagt, Monate nach dem Mord an dem acht Jahre alten Dennis K., wenn er nach dem möglichen „Täterprofil“ gefragt wurde. Die Polizei suchte damals nach einem Serientäter, der im Umkreis von Bremen nachts in Schullandheime und Zeltlager schlich, um kleine Jungen zu begrapschen, zu bedrohen und zu missbrauchen. Zwar hatten Opfer von einem schwarzen, maskierten Mann gesprochen. Doch den Ermittlern war es nie recht, den „Maskenmann“ nur als „Maskenmann“ in der Öffentlichkeit zu beschreiben. Zu groß war die Gefahr, dass alle nach dem bösen Wolf suchten und den Hund übersahen. So war sich Jordan sicher: Dieser Mann würde aus der Mitte der Gesellschaft kommen und ein unscheinbares Leben führen.

          Bild: F.A.Z.

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