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Hype um „Pokémon Go“ : Wenn die Monster-Jagd zu weit geht

  • Aktualisiert am

Menschen, die auf Handys starren: In Hannover treffen sich 1000 Menschen zum „Pokemon“-Walk. Bild: dpa

Im Busch erwischte Pärchen, im S-Bahn-Tunnel gesichtete Monster: Seit einer Woche hält „Pokémon Go“ Deutschland in Atem. FAZ.NET hat die kuriosesten Zwischenfälle gesammelt.

          Na, sind Sie auch im Pokémon-Fieber? Seit einer Woche ist das Online-Spiel „Pokémon Go“ auch in Deutschland für das Smartphone zu haben. Seitdem kennt der Hype hierzulande fast keine Grenzen mehr. Auch in anderen Ländern sind die Menschen begeistert – und gehen bei der Jagd nach den virtuellen Monstern nicht nur weite Wege, sondern teilweise sogar etwas zu weit. FAZ.NET hat die kuriosesten Geschichten gesammelt.

          „Pokémon“ bringt die Menschen vor die Tür – und manchmal auch an ungewöhnliche Orte. In Frankfurt beispielsweise stiegen Jugendliche auf das zehn Meter hohe Dach eines Einkaufszentrums, um dort nach den digitalen Viechern zu suchen. Die hatten sich sogar teilweise in den dunklen Gängen des gesperrten S-Bahn-Tunnels verirrt. Für den Rhein-Main-Verkehrsverbund war das ein bisschen zu viel Abenteuer: „Auch wenn es euch schwerfällt, doch für die Jagd ist und bleibt der #tunnelzu ;)“, twitterte das Unternehmen und rief alle Spieler auf, zur eigenen Sicherheit den Tunnel nicht zu betreten.

          Auch in Niedersachsen haben sich drei „Pokémon“-Fänger in Gefahr gebracht: Sie suchten auf einem Truppenübungsplatz nach neuen Monstern. Schlecht nur, dass auf dem Gelände der Bundeswehr in der Lüneburger Heide gerade mit scharfer Munition geschossen wurde. Der Wachdienst komplementierte das Trio schleunigst wieder auf die andere Seite des Zauns.

          Mancher findet beim Spielen aber nicht nur kleine Monster, sondern auch die wahre Liebe – auch, wenn es leider nicht die eigene ist. Ein junger Mann in Schwaben stieß in einer Grünanlage auf ein alkoholisiertes Pärchen, das gerade Sex in freier Natur hatte. Das ließ sich auch von dem „Pokémon“-Spieler nicht in seiner Lust bremsen. Nur gut, dass der Mann alleine unterwegs war und nicht Teil einer offiziellen „Pokémon Go Nachtwanderung“, wie sie in Hannover stattgefunden hat. Knapp 1000 Teilnehmer gingen dort gemeinsam auf die Jagd.

          Dass in Sachen „Pokémon“ der Spaß auch schnell aufhören kann, hat eine 16 Jahre altes Mädchen aus Schleswig-Holstein erfahren. Beim Versuch, das nächste Level zu erreichen, riss ihr ein Radfahrer das Handy aus der Hand. Allerdings: „Pokemon“ auf dem Fahrrad jagen ist strengstens untersagt. In Bochum ist ein Mann einem Fahrradpolizisten aufgefallen, der während der Fahrt sein Handy in der Hand hielt und bediente. Auch in Berlin war ein Spieler auf dem Rad in Schrittgeschwindigkeit auf Monstersuche. Beide wurden abgemahnt. Und in München ging ein 30 Jahre alter Mann zudem der Polizei ins Netz, weil er während der „Pokémon“-Jagd einen Joint rauchte. Der Mann war so in das Spiel auf seinem Handy vertieft, dass er die Streife überhaupt nicht bemerkte.

          Doch auch international treibt der „Pokemon“-Spaß manchmal sehr skurrile Blüten: Saudische Sicherheitskräfte haben drei junge Männer festgenommen, die auf einem Flughafen auf der Suche nach Pokémon-Monstern waren. Sie hätten auf dem Parkplatz des Airports der Stadt Dschasan im Südwesten des Landes mit ihren Mobiltelefonen Fotos aufgenommen, meldete die saudische Nachrichtenseite Al-Muwatin am Mittwoch. Es war zunächst unklar, welche Strafen ihnen droht. Denn: In Saudi-Arabien sind “Pokémon“ seit 2001 offiziell verboten. Nach Ansicht des Ständige Komitees für Rechtsfragen handelt es sich um ein Glücksspiel, was im Islam grundsätzlich untersagt ist. Offiziell ist das Spiel in Saudi-Arabien auch nicht verfügbar.

          Auf die „Pokémon“-Jagd verzichten müssen auch die Einsatzkräfte der Nationalpolizei und der Marine in Indonesien. Man sorge sich, dass die Beamten süchtig nach dem Spiel „Pokémon Go“ werden und vergessen könnten, ihrem eigentlichen Job nachzugehen, sagte Polizeisprecher Boy Rafli Amar am Mittwoch. Auch im südostasiatischen Inselstaat ist das Spiel nicht offiziell verfügbar, kann aber über einen Trick in Internet heruntergeladen werden. Das Verbot folgte auf die vorübergehende Festnahme eines Franzosen am Montag, der in der indonesischen Stadt Cirebon beim Pokémon-Jagen aus Versehen in einen Militärstützpunkt eingedrungen war.

          Und zu guter Letzt findet auch ein „Pokémon“-Jäger nicht immer das, was er möchte: In Dänemark hat ein Mann auf der Monster-Suche eine Leiche entdeckt.

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