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Hurrikan „Irma“ : Miami Beach wird zur Geisterstadt

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Strand von Miami Beach: Ein einsamer Surfer auf der Suche nach hohen Wellen Bild: AFP

In Florida sind mehr als sechs Millionen Menschen auf der Flucht vor „Irma“. Der Sturm gilt als extrem gefährlich. Und der nächste ist bereits im Anmarsch. Nun hat auch die Bundesregierung Notfallnummern geschaltet.

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          Der Hurrikan „Irma“ hat sich bei seinem Zug nach Florida weiter abgeschwächt, gilt aber immer noch als extrem gefährlich. Das Hurrikanzentrum in Miami stufte den Sturm am Samstag in die Kategorie 3 der fünfstufigen Skala hinab. Die Meterologen warnten aber davor, dass der Hurrikan wieder an Stärke gewinnen könne, bevor er auf die Inselgruppe der Florida Keys trifft. „Irma“ erreichte demnach bei seinem Zug über den Norden Kubas Windstärken von bis zu 205 Kilometern pro Stunde. Nach den Vorhersagen könnte das Zentrum von „Irma“ am frühen Sonntagmorgen (Ortszeit) auf den Florida Keys an Land treffen – das ist gegen Sonntagmittag deutscher Zeit.

          Alle rund 70.000 Einwohner der Inselkette sind dazu aufgefordert worden, die Gegend zu verlassen. „Noch gibt es ein kleines Fenster, um herauszukommen, aber es schließt sich schnell“, erklärte der Krisenmanager von Monroe County, Martin Senterfitt, am Samstag in einem Facebook-Aufruf.

          Mit der Taucherbrille gegen Sandkörner: Am Strand von Miami Beach wird es langsam ungemütlich. Bilderstrecke

          Nach Angaben des Bezirks wurden alle Krankenhäuser und Notaufnahmen auf der Inselgruppe geschlossen. Notunterkünfte gab es auf den Inseln nicht. Die Behörden richteten aber vorübergehende Zufluchtsstätten ein. „Das ist der große Hurrikan, vor dem wir uns alle auf den Florida Keys gefürchtet haben“, sagte Bezirksverwalter Roman Gastesi. „Niemand sollte mit seinem Leben spielen. Wenn ihr die Keys verlassen könnt, solltet ihr das jetzt tun. Wartet nicht.“

          Nach den Modellen würde der Sturm dann später am Tag auf dem Festland der Halbinsel die Westküste Floridas hinaufziehen. In dem Bundesstaat sind insgesamt 6,3 Millionen Menschen – etwa ein Viertel der Bevölkerung – aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen. Die Zahl der betroffenen Menschen stieg damit nochmal um 700.000 im Vergleich zu Freitagabend. Mehr als 50.000 Menschen haben bereits Zuflucht in Notunterkünften gesucht. Das geht aus Zahlen des Notfallmanagements des Bundesstaates hervor. Insgesamt hatten bis zum Samstagnachmittag mehr als 300 Notunterkünfte geöffnet.

          Das Zentrum des Sturms könnte dabei nach Nordwesten abschwenken und damit die Metropolregion Miami vom Schlimmsten verschonen. Miami Beach mit seinen normalerweise 100.000 Einwohnern gleicht dennoch einer „Geisterstadt“, wie Bürgermeister Phil Levine sagte.

          Tropensturm „Irma“: Zur Ansicht der Prognose starten Sie das Video unten links, oder klicken Sie unten auf die Zeitleiste. Per Klick auf die Karte sehen Sie die örtliche Windstärke.

          „Ein Sturm mit historischem Zerstörungspotential“

          Für die gesamte Südküste Floridas, vom Atlantik bis in den Golf von Mexiko, gilt eine Warnung vor bis zu drei Meter hohen Wellen. Im Osten erstreckte sich die Gefahrenzone bis fast nach Melbourne, im Westen bis nach Tampa. In den benachbarten Bundesstaaten wurde der Notstand ausgerufen. Modelle des Hurrikanzentrums sehen „Irmas“ Zug bis hinauf nach Atlanta reichen. In seiner Folge werden Überflutungen auch an den Küsten Georgias sowie South und North Carolinas erwartet.

          Präsident Trump appellierte an die Menschen in den betroffenen Gegenden, wachsam zu sein und auf die Empfehlungen der Behörden zu hören. „Dies ist ein Sturm mit einem absolut historischen Zerstörungspotential“, erklärte er.

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