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Hungersnot in Somalia : Deutsche spenden 64 Millionen Euro

  • Aktualisiert am

Spenden gegen den Hunger: die Deutschen zeigten sich in den letzten Wochen großzügig Bild: ©Helmut Fricke

Angesichts der Hungersnot am Horn von Afrika zeigen sich die Deutschen großzügig. Innerhalb der vergangenen Wochen kamen nach Angaben der Hilfsorgansationen insgesamt 64 Millionen Euro zusammen: „Von einer Spendenmüdigkeit kann keine Rede sein.“

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          Für die Hungernden in Ostafrika haben die Deutschen in den vergangenen vier Wochen mehr als 64 Millionen Euro gespendet. Das ergab eine dapd-Umfrage unter den drei großen Bündnissen von Hilfsorganisationen in Deutschland. „Von einer Spendenmüdigkeit der Menschen in Deutschland kann keine Rede sein“, sagte der Geschäftsführer von Bündnis Entwicklung Hilft (BEH), Peter Mucke. Bisher habe das Bündnis mehr als 7,4 Millionen Euro eingenommen. Seine Mitgliedsorganisationen erhielten zusammen zusätzliche 14,89 Millionen Euro. Das Bündnis Aktion Deutschland Hilft sammelte gemeinsam mit den Partnerorganisationen mehr als 16 Millionen Euro. Beim Aktionsbündnis-Katastrophenhilfe gingen bislang mehr als 25,7 Millionen Euro ein.

          Von einer Hungersnot wird laut den Vereinten Nationen gesprochen, wenn die Bevölkerung Zugang zu weniger als 2.100 Kilokalorien pro Kopf am Tag hat, mindestens 30 Prozent der Kinder akut unterernährt sind und mindestens zwei von 10.000 Menschen (oder vier von 10.000 Kindern) täglich an Nahrungsmangel sterben. Laut Angaben der Vereinten Nationen herrscht derzeit in fünf Regionen Somalias - Bakool, Lower Shebelle, Middle Shebelle, Banadir und dem sogenannten Afgoye-Korridor - eine Hungersnot.

          Hilfe aus aller Welt

          Derweilen sind hunderttausende Menschen in Ostafrika auf der Flucht. Die Hungersnot in Somalia treibt sie in Lager in Kenia oder Äthiopien. Für Flüchtlinge, die Zuflucht außerhalb ihres Heimatlandes suchen, also eine internationale Grenze überqueren, gilt die vor 50 Jahren verabschiedete Genfer Flüchtlingskonvention. Diese gewährt ihnen eine Reihe von Rechten wie den freien Zugang zu Gerichten oder Religionsfreiheit. Sie legt fest, wer ein Flüchtling ist und welchen Schutz, welche Hilfe und welche sozialen Rechte er erhalten sollte. Zugleich definiert sie die Pflichten, die ein Zufluchtsuchender im Gastland zu erfüllen hat.

          Beinahe 150 Länder weltweit haben die Genfer Konvention und das 1967 hinzugefügte Protokoll ratifiziert. Die Konvention gilt allerdings nicht für Menschen, die innerhalb ihres eigenen Landes auf der Flucht sind, die sogenannten Binnenflüchtlinge: Ihre Zahl lag nach UNHCR-Schätzungen Ende 2010 bei weltweit 27,5 Millionen von insgesamt knapp 44 Millionen Menschen auf der Flucht.

          Für den Schutz der Binnenflüchtlinge ist eigentlich der jeweilige Staat zuständig, der diesen in vielen Fällen aber nicht gewährleisten kann oder will. Diese Zufluchtsuchenden, zum Beispiel die Menschen aus Südsomalia, die sich auf der Suche nach Hilfe jetzt in Richtung Mogadischu auf den Weg gemacht haben, haben kein Anrecht auf den Schutz durch die Konvention und auf Hilfe des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR, obwohl sie häufig von denselben Konflikten betroffen sind wie Flüchtlinge. UNHCR und andere Hilfsorganisationen kümmern sich seit Jahren auch um Binnenvertriebene, sofern der jeweilige Staat es zulässt.

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