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Humboldt-Stiftung : Ausländische Wissenschaftler meiden den Osten

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Humboldt-Universität Berlin Bild: ZB - Fotoreport

Die Humboldt-Stfitung holt ausländische Wissenschaftler nach Deutschland. Bloß weniger in den Osten als in den Westen Deutschlands.

          Die großen Universitäten in Berlin und München sowie die Universität Heidelberg locken ausländische Wissenschaftler besonders. Zumindest Stipendiaten der Alexander von Humboldt-Stiftung bevorzugen diese Hochschulen. Die Stiftung holt promovierte Wissenschaftler nach Deutschland und ermöglicht deutschen Forschern den Aufenthalt im Ausland.

          Bei einer Umrechnung der absoluten Zahlen auf Stipendiaten pro Professor schnitten kleinere Universitäten wie Konstanz, Bayreuth, Ulm, Bielefeld und Karlsruhe besser ab als ihre großen Pendants. Nur Heidelberg lag bei bei den Bewertungen ganz vorn. Besonders gut schnitten außeruniversitäre Forschungsinstitute ab. Einige Max-Planck-Institute oder das Forschungszentrum Jülich zogen mehr ausländische Studenten an als einzelne Universitäten.

          Der Osten leuchtet nicht

          Sorge bereitet der Stfitung allerdings eines: Aus den neuen Bundesländern erreichte keine Hochschule einen Spitzenplatz. „Wir wissen nicht, wie viele hoch qualifizierte Wissenschaftler sich wegen fremdenfeindlicher Übergriffe in Deutschland erst gar nicht um einen Forschungsaufenthalt in unserem Land bemühen“ ,sagte der Präsident der Humboldt-Stiftung, Wolfgang Frühwald. Damit blieben die Hochschulen dort hinter ihren Möglichkeiten, die sie in personeller und technischer Hinsicht hätten, zurück.

          Internationales Studieren

          Im Jahr 2000 kamen etwas weniger Forscher nach Deutschland als im Vorjahr. 429 begannen ein Stipendium in Deutschland, 619 verlängerten ihren Forschungsaufenthalt länger als geplant. Die Forscher, die kamen, waren zu 44 Prozent Europäer. Die meisten Forscher eines Landes stellten China mit 161, Indien mit 119 und die Vereinigten Staaten mit 116 Wissenschaftlern. Von den Geförderten waren mit 62 Prozent ein Großteil Naturwissenschaftler, ein knappes Drittel waren Geisteswissenschaftler und elf Prozent Ingenieurwissenschaftler.

          Neues Programm für längerfristige Projekte

          Damit die Forscher in Deutschland außer den Stipendien auch längerfristige Projekte angehen können, hat die Humboldt-Stiftung zusätzlich ein neues Förderprogramm angestoßen. Mit 90 Millionen Mark der Bundesregierung will die Stiftung ausländischen Wissenschaftlern ermöglichen, Arbeitsgruppen an deutschen Instituten zu bilden. „Die Humboldt-Stfitung kann mit diesen neuen Programmen einen Beitrag zur wirksamen Internationalisierung deutscher Forschungseinrichtungen leisten“, sagte Frühwald. Ziel sei der Ausbau eines internationalen Netzwerks, das seit der Gründung der Stiftung 1953 schon 20.000 Wissenschaftler in etwa 130 Ländern umfasst.

          Doch das Geld, über das die Stiftung verfügen kann, nahm im vergangenen Jahr ab. Der Stifter, das Bundesminister des Auswärtigen, kürzte die Zuschüsse um 1,1 Millionen auf 50,2 Millionen Mark. Auch das Ministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit kürzte die Leistungen ein wenig auf 4,9 Millionen. Halbiert haben sich die Zuwendungen privater Geldgeber. Im Jahr 2000 kamen aus dieser Quelle nur noch 1,6 Millionen zusammen. Einzig das Forschungsministerium legte um 600.000 Mark auf 27,4 Millionen zu.

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