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Hochwasser : Zehntausende fliehen vor Rekordflut

  • Aktualisiert am

Traktor in der Theiß-Flut Bild: dpa

Vor einem Jahr massive Vergiftungen durch Zink und Blei, jetzt ein Jahrhundertwasser. Die Menschen an der Theiß kommen nicht zur Ruhe.

          1 Min.

          Der Fluss Theiß in Ungarn und der Ukraine führt zurzeit das größte Hochwasser seit Beginn der Messungen vor mehr als 100 Jahren. Tausende Helfer versuchen, mit Sandsäcken der Rekordflut Herr zu werden. Die Bewohner zahlreicher Dörfer entlang des Flusses mussten bereits ihre Wohnungen verlassen. Mehr als 50.000 Menschen sind auf der Flucht vor den Fluten, sechs Menschen kamen ums Leben.

          Tausende Häuser unbewohnbar

          Besonders betroffen ist die Zahony an der Grenze zwischen Ungarn und der Ukraine. Der Krisenstab geht aber davon aus, dass die Deiche dort halten werden. In den vergangenen Tagen waren flussaufwärts mehrere Dämme gebrochen und eine knapp 160 Quadratkilometer große Fläche überflutet worden. Mehr als 21.000 Häuser in über 200 Dörfern sind nicht mehr bewohnbar.

          In diesen Gebieten entlang der ukrainischen Grenze hat sich die Lage inzwischen allerdings etwas entspannt. Erstmals seit Tagen musste am Donnerstag nicht weiter evakuiert werden. Mehr als 10.000 Menschen hatten zuvor die Region verlassen müssen. Sorgen macht den Behörden aber noch der sehr hohe Wasserstand des Theiß-Zuflusses Bodrog. Elf weitere Flüsse führen ebenfalls Hochwasser. Die Flut war durch die einsetzende Schneeschmelze in den Karpaten ausgelöst worden. Trotz der Rekord-Pegelstände werden die Schäden nach offiziellen Angaben geringer als beim schweren Hochwasser im Jahr 1988 sein. Der Grund: Seit damals wurden die Deiche verstärkt.

          Zweite Katastrophe in einem Jahr

          Für die Menschen, die in dem Dreiländereck an der Theiß leben, ist es der zweite herbe Schlag innerhalb eines Jahres. Fast auf den Tag genau vor einem Jahr verseuchten 20.000 Tonnen zink- und bleihaltige Schlämme aus einer Mine im rumänischen Baia Borsa, direkt an der Grenze zur Ukraine gelegen, das Wasser des Flusses. Dadurch setzte ein massives Fischsterben ein. Die Trinkwasserversorgung in der Region war nicht mehr gesichert.

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