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Hochwasser : Statt Solidarität Sabotage, Plünderung und Wucher

  • -Aktualisiert am

Nicht alle Spenden kommen bei den Betroffenen an Bild: dpa

Die entsetzliche Jahrhundertflut hat in Deutschland eine Welle der Solidarität ausgelöst. Nicht jeder fühlt sich allerdings mit den Opfern der Flut verbunden.

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          Die entsetzliche Jahrhundertflut hat in Deutschland eine Welle der Solidarität ausgelöst. Nicht jeder fühlt sich allerdings mit den Opfern der Flut verbunden. Plünderer und Wucherer haben nichts anderes im Sinn, als aus der Zerstörungskraft des Wassers Profit zu schlagen. Sandsackdiebe und Saboteure denken nur an ihre eigene Sicherheit.

          Von gegenseitiger Hilfsbereitschaft wollten die Bewohner des Dorfes Rehsen in Sachsen-Anhalt nichts wissen. Weil ihr Ort durch einen Deichbruch akut gefährdet schien, griffen sie zu Schaufeln, Spaten und Hacken. Im Schutz der Dunkelheit begannen sie einen Damm einzureißen, um die Wassermassen in Richtung der Nachbardörfer abzuleiten. Genützt hat die illegale Flutung den Saboteuren wenig - Rehsen ragt nun wie eine Insel aus dem Wasser und ist von der Außenwelt abgeschlossen.

          Kampf um die Sandsäcke

          Als das Wasser stieg, ging vielerorts der Kampf um die Sandsäcke los. Jeder habe nur sein Haus schützen wollen, klagte eine Dresdnerin, die von Solidarität nichts gemerkt hat. Schließlich verbündeten sich gar die Nachbarn gegen sie und beschlossen ihr Haus den Fluten zu opfern. Der Sandsackwall wurde einfach hinter dem Haus der Frau errichtet - ohne großen Erfolg: Die Elbe überflutete letztlich doch die gesamte Straße.

          Falsche Spendenkonten

          Im Harz versuchte ein Betrüger, die Spendenbereitschaft der Menschen auszunutzen. Er schaltete Zeitungsanzeigen, in denen er zugunsten der Hochwasseropfer in Sachsen-Anhalt zu Spenden an einen Verein mit dem Namen „Diakon e.V.“ aufrief. Ohne Warnung der Staatsanwaltschaft und der Medien wäre das Geld auf seinem Privatkonto gelandet - denn dieser Verein existiert gar nicht. Der Mann muss nun mit einer Gefängnisstrafe rechnen.

          Ein anderer Trickbetrüger bot Flutopfern aus Dresden an, für sie die Beantragung der Hochwasser-Soforthilfe zu übernehmen. Die Betroffenen sollten sich in Listen eintragen und Formulare ausfüllen. Der Unbekannte versprach, das Geld später zu überweisen. Der Schwindel flog auf, mit Sicherheit wäre der Mann sonst später spurlos verschwunden.
          Zudem registrierte die Polizei der sächsischen Landeshauptstadt 38 schwere und acht leichte Diebstähle im Zusammenhang mit der Flut. Entlang der Einkaufsmeile „Prager Straße“ ließen Langfinger Kleidung und Parfüm-Artikel aus beschädigten Geschäften mitgehen.

          Erste Plünderungen

          Im überfluteten Ort Axien im Landkreis Wittenberg konnte ein Plünderer gefasst werden. Der Mann soll in geräumte Hauser eingebrochen sein. Zu seinem Diebesgut gehörten Lebensmittel sowie Bargeld. Den 43-Jährigen droht eine Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren. „Wer glaubt, jetzt leichtes Spiel zu haben und die Not anderer Menschen ausnutzen zu können, wird erleben müssen, dass wir mit Plünderern keine Nachsicht haben“, sagte Justizminister Curt Becker (CDU).

          Einige Unternehmer wollten auch der Hochwasserkatastrophe Profit schlagen: So versuchten einige von ihnen die im Kampf gegen die Flut so dringend benötigten Sandsäcke für bis zu einem Euro pro Stück zu verkaufen. Der europäische Durchschnittpreis liegt derzeit dagegen bei 25 bis 35 Cents. Die Gier nach Sandsäcken trieb auch in der Prignitz drei Männer zu gewissenlosen Egoismus. Sie gaben vor, beim Sandabfüllen helfen zu wollen. Tatsächlich transportierten die falschen Helfer die Säcke zu ihrem Privatgrundstück.

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