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Hochschulen : Super-Uni vergebens gesucht

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Voller Hörsaal an der TU Darmstadt Bild: dpa

Deutschland sucht die Super-Uni, doch die gibt es nicht. Topleistungen gibt es in einzelnen Instituten, doch die sind in der Regel nicht in der Lage, gleiche Qualität in Forschung und Lehre zu bieten.

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          Die Suche nach der herausragenden Elite-Einrichtung unter den deutschen Universitäten wird erfolglos bleiben. Zu diesem Schluß kommt das aktuelle Hochschulranking des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) in Gütersloh. „Es gibt keine Spitzenuniversität mit hervorragenden Ergebnissen in Forschung und Lehre in allen Fächern“, stellt CHE-Sprecherin Petra Giebisch fest. Allerdings seien Leistungen einzelner Fachbereiche sehr wohl herausragend. Bei einem solchen Urteil müsse aber noch zwischen der Forschung und der Lehre unterschieden werden.

          „Nur in seltenen Fällen schneiden Hochschulen in einem Fach sowohl in der Forschung als auch in der Lehre besonders gut ab“, faßt eine CHE-Mitteilung die aktuellen Ergebnisse zusammen. Der Universität Trier gelinge dieses Kunststück im Fach Geschichte, der Ludwig-Maximilians-Universität München in Anglistik und Amerikanistik.

          Professoren und Studenten urteilen unterschiedlich

          Wie unterschiedlich Professoren und Studierende die Fachbereiche der Universitäten einstufen, zeigt sich laut CHE in den Ingenieurwissenschaften. Darunter fallen die Fächer Maschinenbau, Elektro- und Informationstechnik sowie Bauingenieurwesen. Während die Forscher die Leistungen der RWTH Aachen, der TU München, der TU Darmstadt und der Universitäten in Karlsruhe und Stuttgart hervorhoben, stehen im Urteil der Studierenden mit der TU Chemnitz, der TU Dresden und den Unis in Kiel, Rostock und Ulm andere Hochschulen auf den oberen Rängen.

          In der geisteswissenschaftlichen Forschung gelten vor allem die Universitäten Freiburg und Tübingen als stark. Beide sind laut CHE-Erkenntnissen in Germanistik und Geschichte führend. Zudem bringen sie Höchstleistungen in Anglistik und Psychologie (Freiburg) sowie in den Erziehungswissenschaften (Tübingen). Unter den Studierenden werden dagegen die Universitäten Bamberg und Greifswald gelobt - nicht zuletzt wegen kurzer Studienzeiten, die dort angeblich erzielt werden.

          Langzeitbeobachtung seit acht Jahren

          Das CHE-Hochschulranking wird seit 1996 erhoben und bemüht sich nach eigenem Bekunden um eine möglichst differenzierte Einstufung der Hochschul-Leistungen in Deutschland. In diesem Jahr wurden die Daten für die Psychologie, die Geistes- und die Ingenieurwissenschaften aktualisiert. Insgesamt umfaßt das Ranking 34 Fächer. Neben den Fakten zu Studium, Lehre, Ausstattung einer Hochschule und der dort betriebenen Forschung fließen die Urteile der Studierenden über die Lehre sowie die Reputation der Fachbereiche unter den Professoren in die Bewertung der einzelnen Hochschule ein. Die Ergebnisse sollen nicht zuletzt Studienanfängern bei der Wahl ihrer Universität helfen. Details zum Ranking sind im Internet abrufbar (Hochschulranking des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE)).

          Das CHE versteht sich nach eigenen Angaben als „Reformwerkstatt für das deutsche Hochschulwesen“. Es wurde 1994 von der Bertelsmann-Stiftung und der Hochschulrektorenkonferenz als gemeinnützige GmbH gegründet, die jährlich über ein Gesamtbudget von 3,2 Millionen Euro verfügt. Das Centrum arbeitet nach eigenen Angaben unabhängig und muß keine wirtschaftlichen Gewinne erzielen. Als Ziel der Einrichtung gilt, die Leistungsfähigkeit der deutschen Hochschulen durch neue Konzepte und Modellbeispiele zu verbessern. Das CHE propagiert als Leitbild die Idee einer „entfesselten Hochschule“.

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