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Hitzetote : Fast 11.500 Menschen in Frankreich an Hitze gestorben

  • Aktualisiert am

Vor allem alte Menschen betroffen Bild: AP

Annähernd 11.500 vornehmlich alte Menschen in Frankreich starben Anfang August wegen der großen Hitze. Die Regierung in Paris muß sich nun fragen, warum die Zahl nur in Frankreich so hoch ist.

          Fast 11.500 Menschen mehr als statistisch zu erwarten gewesen wäre sind in den beiden ersten Augustwochen in Frankreich an der großen Hitze gestorben. Das bestätigte nun die französische Regierung, nachdem sie zuvor die Zahl der Hitzetoten auf 5.000 veranschlagt hatte. Gesundheitsminister Jean-Francois Mattei erklärte am Freitag, daß diese Bilanz noch vorläufig sei. Einen abschließenden Bericht werde er spätestens aber Ende September vorlegen können.

          Die Regierung in Paris sieht sich seit Wochen dem Vorwurf ausgesetzt, die alarmierenden Folgen der Hitzewelle, die Europa mit Temperaturen bis 40 Grad wochenlang fest im Griff hatte, falsch eingeschätzt zu haben. Jean-Francois Mattei sagte nun Verbesserungen im Gesundheitssystem zu. Auch der französische Staatspräsident Jaques Chirac erklärte, das Gesundheitssystem müsse überprüft werden, „um alten und behinderten Menschen entsprechend der Vorstellung von Solidarität zu helfen, die wir für unser Land haben“. Für Oktober stellte er konkrete Vorschläge in Aussicht. Zuvor waren Vorwürfe laut geworden, alte Menschen seien speziell in Altenheimen unzureichend betreut worden.

          Als Konsequenz aus der hohen Zahl an Hitzetoten war bislang nur der Chef der Pariser Gesundheitsbehörde zurückgetreten. Die von der französischen Opposition erhobene Forderung nach einem Rücktritt der zuständigen Minister, wurde nach den Worten eines Regierungssprechers „im Kabinett nicht besprochen“.

          Vorwürfe an Minister Mattei

          Opfer der Hitze auch in Portugal

          Auch in Portugal sind viele Menschen an den Folgen der Hitze gestorben. Das nationale Gesundheitsinstitut meldete für die beiden ersten Augustwochen über 1.300 Todesfälle mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Dem Bericht zufolge starben jedoch weniger als während einer zehntägigen Hitzeperiode 1981, weil die Gesundheitsbehörden entsprechende Schritte unternommen hätten. So seien regelmäßig Warnhinweise veröffentlicht worden, wonach ältere Leute während der heißesten Tageszeit nicht ins Freie gehen sollten und viel trinken müßten.

          Keine Pflegemängel in Deutschland

          Die vermehrten Todesfälle in mehreren deutschen Altenheimen während der Hitzewelle sind offenbar nicht auf mangelhafte Pflege zurückzuführen. Die Obduktion von fünf der acht verstorbenen Bewohner eines Darmstädter Seniorenheims habe „keine Hinweise auf Austrocknung“ ergeben, teilte die Staatsanwaltschaft in der vergangenen Woche mit. Alle Verstorbenen seien zudem „in einem ausgezeichneten Pflegezustand“ gewesen.

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