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Steigende Unwettergefahr : Gewitter ziehen über Deutschland

  • Aktualisiert am

Aachen: Die Feuerwehr räumt auf. Bild: dpa

Nach den heißen Tagen entladen sich über Teilen Deutschlands die ersten Unwetter. In Nordrhein-Westfalen und Sachsen überschwemmte starker Regen zwei Autobahnen. Interessant wird es vor allem zum Ende der Woche.

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          Es bleibt heiß in Deutschland, zugleich herrscht in vielen Regionen auch in den nächsten Tagen die Gefahr teils kräftiger Gewitter. Vor allem im Westen und Südwesten Deutschlands sowie an den Alpen bestehe an diesem Mittwoch lokal Unwettergefahr, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Dienstag in Offenbach mit. Tagsüber kann es der Vorhersage zufolge bis zu 36 Grad warm werden. Im Norden und Osten soll es sonnig und trocken bleiben.

          Bereits am Dienstag gab es in Nordrhein-Westfalen teils starke Gewitter, die seit den Mittagsstunden vom Sauerland durch das südliche Ruhrgebiet und weiter Richtung Niederrhein zogen. Radar-Bilder des DWD zeigten Regenmengen von stellenweise mehr als 40 Litern pro Quadratmeter, wie Meteorologin Ines Wiegand sagte. Auf der Autobahn A43 wurden zwischen Sprockhövel und Bochum Teile der Fahrbahn überschwemmt. Auch die A4 zwischen Chemnitz und Dresden stand auf Höhe der Raststätte Auerswalder Blick zeitweise unter Wasser. Für die Region um Nürnberg und Teile Nordhessens sprach der DWD am Dienstagabend eine amtliche Unwetterwarnung aus.

          Der Frankfurter Feuerwehr hat das Unwetter binnen zweieinhalb Stunden fast 300 Einsätze beschert. Im Norden der Stadt sei es vor allem um vollgelaufene Keller und abgeknickte Äste gegangen, sagte eine Feuerwehrsprecher. Berichte über Verletzte gab es zunächst nicht. Auch in anderen Teilen Hessens meldete die Polizei vereinzelte Schäden. Straßen hätten kurzzeitig unter Wasser gestanden und Bäume seien umgeknickt, hieß es unter anderem aus dem Taunus und aus der Region Gießen.

          Ein schweres Unwetter mit starken Regenfällen hat auch im Saarland größeren Schaden angerichtet. Es seien Gullideckel hochgedrückt worden, Bäume umgestürzt und Straßen überschwemmt worden, teilte das Lagezentrum in Saarbrücken mit. Kurzzeitig sei in Saarbrücken die Stadtautobahn an der Bismarckbrücke überschwemmt worden. Die Autobahn musste vorübergehend in beide Richtungen gesperrt werden. Bäume seien auf mehrere Fahrzeuge und in ein Wohnhaus gestürzt. Berichte über Verletzte gab es zunächst nicht. Zwischen 16.50 und 18.00 Uhr habe es 34 Einsätze gegeben, so das Lagezentrum. Zunächst sei der Osten des Landes betroffen gewesen, anschließend Saarbrücken.

          Ein Blitz entlädt sich am vergangenen Sonntag über der Spree in Berlin.
          Ein Blitz entlädt sich am vergangenen Sonntag über der Spree in Berlin. : Bild: dpa

          Im sächsischen Auerswalde, einem Ortsteil der Gemeinde Lichtenau, rutschte ein ganzer Hang auf die Bundesstraße 107, die gesperrt wurde, wie eine Sprecherin der Chemnitzer Polizei sagte. Die Feuerwehr sei im Einsatz. Überschwemmt wurde auch die Autobahn A4 Chemnitz-Dresden in Höhe der Raststätte Auerswalder Blick. Dort sind in beiden Richtungen Fahrspuren gesperrt.

          „Am Donnerstag und Freitag wird es dann interessant“

          Auch am Mittwoch bleibt es heiß bei bis zu 36 Grad, vor allem im Norden ist es sonnig und trocken. Am Nachmittag werden jedoch wieder Hitzegewitter mit lokaler Unwettergefahr erwartet. Der Donnerstag beginnt freundlich, doch bilden sich den Metereologen zufolge dann Wolken mit gebietsweise Schauern und Gewittern. Es wird wieder heiß mit maximal 29 bis 35 Grad.

          Schon die vergangenen Tage ließen die Menschen in Deutschland schwitzen. Am Montag lagen die heißesten Orte in Baden-Württemberg. Der DWD registrierte in Bad Mergentheim-Neunkirchen mit 36,6 Grad die bundesweit höchste Temperatur des Tages. Auf Platz zwei lag mit 36,4 Grad Waghäusel-Kirrlach. Platz drei der heißesten Orte ging nach Rheinland-Pfalz: In Trier-Zewen wurde eine Tageshöchsttemperatur von 36,3 Grad gemessen, wie es am Abend beim DWD in Offenbach hieß. In Trier war tags zuvor sogar die bundesweit höchste Temperatur des bisherigen Jahres gemessen worden. An der DWD-Station Trier-Petrisberg kletterte das Thermometer am Sonntag auf ein Maximum von 38,6 Grad.

          Derzeit bestimmen Hoch „Emil“ über Skandinavien und Tief „Heike“ über Nordostfrankreich und den Benelux-Staaten das Wetter in Deutschland. Dabei sorgt „Emil“ dafür, dass die Sonne von der Nordsee bis zur Oder nahezu ungehindert strahlen kann, wie DWD-Meteorologe Lars Kirchhübel am Dienstag erklärte. Ein weiterer positiver Effekt im Nordosten sei die Zufuhr trockener Luft, die dazu führe, dass es nachts allmählich stärker abkühle.

          Durch Tief „Heike“ sehe es im restlichen Bundesgebiet anders aus: Hier könne weiterhin heiße und feuchte Luft ins Land gepumpt werden. Schwerpunkt der Gewitter an diesem Mittwoch sind die Regionen von Nordrhein-Westfalen bis zu den Alpen.

          „Am Donnerstag und Freitag wird es dann interessant“, erläutere Kirchhübel. „Tief „Heike“ mit ihrer Tiefdruckzone könne nun ostwärts vorankommen und das Bundesgebiet für sich einnehmen. Einhergehend steigt von Südwesten her das Gewitterrisiko an. Nahezu in der gesamten Südwesthälfte des Landes kann es in der feuchtheißen Luft ordentlich krachen. Nur der Norden und Osten bleiben vorerst außen vor.“

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